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Montag, 26.09.2016
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Bessere Früherkennung bei Diabetes Typ-1

Antikörper-Kombinationen verraten, wie schnell Kinder erkranken

Antikörper im Blick: Der Ausbruch eines Diabetes Typ-1 bei Kindern könnte sich künftig besser prognostizieren lassen. Denn Forscher haben herausgefunden, dass bestimmte Kombinationen von Antikörpern im kindlichen Blut anzeigen, in welchem Frühstadium der Autoimmunerkrankung sich das Kind befindet. Das könnte helfen, rechtzeitig mit einer Behandlung zu beginnen, wie die Forscher erklären.
Viele Diabetes-Patienten müssen Insulin spritzen, um ihren Blutzucker zu regeln.

Viele Diabetes-Patienten müssen Insulin spritzen, um ihren Blutzucker zu regeln.

Wenn schon Kinder an Diabetes erkranken, dann handelt es sich meist um den Typ-1-Diabetes – eine angeborene Autoimmunerkrankung. Dabei bildet der Körper irrtümlich Antikörper gegen die insulinproduzierenden Zellen der eigenen Bauchspeicheldrüse und zerstört sie nach und nach. Je früher der Diabetes bei den Kindern erkannt wird, desto eher lassen sich die Folgen durch eine angepasste Ernährung und die Gabe von Insulin begrenzen.

Welche Antikörper bilden sich wann?


Wann allerdings die ersten Symptome auftreten, kann sehr unterschiedlich sein. Bei einigen Kindern manifestiert sich der Diabetes schon mit sechs Monaten, bei anderen erst mit vier Jahren. Neuen Studien nach könnten dafür zudem frühkindliche Infekte eine Rolle spielen.

David Endesfelder und seine Kollegen vom Helmholtz Zentrum München haben nun einen Test entwickelt, mit dem bereits aus einem Tropfen Blut nachgewiesen werden kann, ob ein Kind Antikörper trägt, die ein Frühstadium des Diabetes kennzeichnen.


Für ihre Studie verglichen die Forscher die Profile vier verschiedener Antikörper bei 88 Kindern mit einem Frühstadium des Typ-1-Diabetes über jeweils längere Zeit hinweg. "Unser neuer Ansatz, Muster im Zeitverlauf zu analysieren, erlaubt es nicht nur festzustellen, ob die Antikörper da sind oder nicht, sondern auch, Verläufe verschiedener Antikörper zu beobachten ", erklärt Endesfelder.

Kombination und Dynamik sind entscheidend


Dabei zeigte sich Überraschendes: Einige Kinder, die wegen der Anwesenheit bestimmter Antikörper bisher als Hochrisikopatienten für ein schnelles Diabetes-Fortschreiten galten, entwickelten erst unerwartet spät Diabetes-Symptome. Nähere Analysen ergaben, dass nicht die Präsenz bestimmter Antikörper allein darüber entscheidet, wie schnell sich der Diabetes manifestiert.

Stattdessen lässt sich der Krankheitsverlauf an bestimmten Kombinationen von Antikörpern erkennen, die teilweise nur vorübergehend auftreten. "Es sind nicht alle Antikörpertypen in der Phase der Krankheitsentwicklung permanent vertreten, sondern die einzelnen Antikörper verhalten sich dynamisch – sprich sie können auch kommen und gehen", erklärt Projektleiter Peter Achenbach

Diese neuen Erkenntnisse können nur dazu beitragen, durch bioinformatische Modelle künftig bessere Prognosen zum Verlauf des Diabetes Typ-1 bei kleinen Kindern zu treffen. Künftig wollen die Forscher ihre Analysen noch weiter vertiefen, um präzisere Aussagen zum Krankheitsverlauf, den zugrunde liegenden Faktoren und Mechanismen, aber auch zu möglichen Therapieaussichten machen zu können. (Diabetologia, 2016; doi: 10.1007/s00125-016-4050-0)
(Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, 27.07.2016 - NPO)
 
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