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Dienstag, 30.05.2017
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Lebensmittel: Jeder Deutsche wirft jährlich 81,6 Kilogramm weg

Studie ermittelt Ausmaß der Verschwendung

In Deutschland landen jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – allein in Privathaushalten 81,6 Kilo pro Person. Zu diesem Ergebnis ist jetzt eine Studie der Universität Stuttgart gekommen, die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner gestern in Berlin vorgestellt hat.
Obst, Gemüse, Getreideprodukte

Obst, Gemüse, Getreideprodukte

Pro Verbraucher und Tag ergibt sich demnach eine Menge von 225 Gramm an Nahrungsmitteln, die weg geworfen werden – das entspricht ungefähr dem Volumen eines durchschnittlichen Frühstücks. 65 Prozent dieser Lebensmittelabfälle wären völlig oder zumindest teilweise vermeidbar, so die Forscher weiter.

Aigner kündigte daher eine Informationskampagne zum bewussteren Umgang mit Lebensmitteln an, eine Aufklärungsaktion zum Mindesthaltbarkeitsdatum und eine Fachkonferenz als erste Maßnahmen gegen diese Entwicklung.

21,6 Milliarden Euro Schaden


Laut der Studie entsteht der Großteil der jährlich knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle in Privathaushalten (61 Prozent), gefolgt von Großverbrauchern wie Gaststätten oder Kantinen sowie der Industrie (jeweils rund 17 Prozent).


Allein der Wert der vermeidbaren Lebensmittelabfälle wird von den Wissenschaftlern pro Kopf auf jährlich 235 Euro geschätzt. Bei einem Vier-Personen-Haushalt summiert sich der Betrag im Schnitt auf rund 940 Euro, auf Deutschland hochgerechnet sind es bis zu 21,6 Milliarden Euro pro Jahr, die die vermeidbare Verschwendung kostet. Am häufigsten auf dem Müll landen laut der Studie Gemüse und Obst – sie machen 44 Prozent aller vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Privathaushalten aus.

„Zu gut für die Tonne“


„Wir leben in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. In Deutschland und Europa wird viel zu viel weggeworfen, wertlos gemacht, vernichtet“, sagte Bundesverbraucherministerin Aigner in Berlin. Jeder von uns könne seinen Beitrag leisten, die Verschwendung wertvoller Ressourcen zu stoppen. Es sei Zeit für einen Bewusstseinswandel – und für mehr Wertschätzung für unsere Lebensmittel.

Unter dem Titel „Zu gut für die Tonne“ wird das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) deshalb Ende März 2012 eine breit angelegte Informationskampagne für Verbraucher starten.

Praktische Tipps für den Umgang mit Lebensmitteln


„Wir wollen den Menschen nützliches Wissen und praktische Tipps vermitteln über den Umgang mit Lebensmitteln – vom Einkauf über die richtige Lagerung bis hin zur Verarbeitung in der Küche. Auf einer neuen Internet-Plattform werden alle Informationen gebündelt“, so Aigner.

Aber auch der Handel sei gefordert, seinen Kunden mehr Informationen über den verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln anzubieten. Gleichzeitig sei zu prüfen, mit welchen Stellschrauben und Maßnahmen eine weitere Reduzierung der Wegwerfraten erreicht werden könne – sowohl im Handel selbst, als auch bei den Verbrauchern.

Europaweite Bioabfallrichtlinie


Die Bundesregierung setzt sich zudem für eine europaweite Bioabfallrichtlinie ein, um die Verwertung der Abfälle EU-weit zu verbessern. Aigner: „Wenn schon Lebensmittel weggeworfen werden, sollten sie wenigstens so sinnvoll wie möglich verwertet werden, etwa über Biogas oder Kompost. Deutschland nimmt hier bereits eine führende Rolle ein.“
(Bundesverbraucherministerium, 14.03.2012 - DLO)
 
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