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Samstag, 27.05.2017
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Kaffeetrinken schadet nicht

Studie: Konsum nicht mit erhöhtem Risiko für chronische Erkrankungen verbunden

Regelmäßiges Kaffeetrinken erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen nicht, sondern ist sogar mit einer verminderten Gefahr für Typ-2-Diabetes verbunden. Darauf deuten neue Ergebnisse einer großen Ernährungsstudie hin. Demnach besaßen Menschen, die täglich mehr als vier Tassen koffeinhaltigen Kaffee konsumierten ein um ein Viertel geringeres Typ-2-Diabetes-Risiko im Vergleich zu Testpersonen, die durchschnittlich weniger als eine Tasse tranken.
Ein ähnlicher Zusammenhang deutet sich auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee an, berichten die Wissenschaftler um Heiner Boeing und Anna Flögel vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) in der Fachzeitschrift „American Journal of Clinical Nutrition“.

Koffein und noch viel mehr


Kaffee ist weltweit eines der beliebtesten alkoholfreien Getränke. Allein in Deutschland konsumierte im Jahr 2007 jeder Bürger 6,4 Kilogramm Kaffee. Das Getränk enthält eine Mixtur aus verschiedenen Inhaltsstoffen. Zu diesen gehören Koffein, Chlorogensäure sowie weitere Polyphenole, Nikotinsäure und Mineralstoffe – also Substanzen, die den menschlichen Stoffwechsel durchaus beeinflussen und die teilweise mit positiven und teilweise mit negativen Gesundheitseffekten in Verbindung stehen.

Die Folgen des Kaffeekonsums stehen daher immer wieder im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen, wobei in den meisten Studien oft nur die Beziehung zwischen Kaffeegenuss und einer Erkrankungsart untersucht wurde.


Langzeiteffekte des Kaffeekonsums untersucht


Das deutsche Forscherteam analysierte nun im Rahmen der EPIC-Deutschland-Studie, an der mehr als 42.600 erwachsene Frauen und Männer aus Potsdam und Heidelberg teilnehmen, die Langzeiteffekte des Kaffeekonsums nicht nur hinsichtlich einer Erkrankung, sondern hinsichtlich mehrerer chronischer Erkrankungen gleichzeitig. EPIC steht für European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition.

Neben den Ernährungs- und Lebensstildaten erfassten und analysierten die Wissenschaftler darin auch die medizinischen Daten der Studienteilnehmer. In der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von knapp neun Jahren erkrankten 1.432 Probanden an Typ-2-Diabetes, 394 erlitten einen Herzinfarkt, 310 einen Schlaganfall und 1.801 Teilnehmer bekamen Krebs.

Kaffegenuss macht nicht krank


Verglichen die Forscher die Daten von Menschen, die sehr viel Kaffee tranken, mit den Daten von Personen mit einem sehr geringen Konsum, so konnten sie keine Risikoerhöhung für die in den westlichen Industrienationen häufig auftretenden chronischen Erkrankungen feststellen. Bei Personen, die viel Kaffee zu sich nahmen, beobachteten sie sogar eine verminderte Typ-2-Diabetes-Gefahr.

„Unsere Studienergebnisse decken sich mit den Resultaten aktueller prospektiver Studien aus den USA“, sagt Erstautorin Flögel. Wer Kaffee also gut vertrage und ihn gerne trinkt, sollte dies somit auch weiterhin tun, so die Wissenschaftlerin. Andersherum sollten sich Menschen aber aufgrund der Ergebnisse nicht genötigt sehen, mit dem Kaffeetrinken zu beginnen.

Wenig Fleisch, viel Obst


„Es ist wichtiger, darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen“, ergänzt Studienleiter Boeing. Für die Flüssigkeitszufuhr böten sich neben dem Kaffee auch andere Getränke mit einem geringen Energiegehalt an, wie Tee und Wasser. (American Journal of Clinical Nutrition, 2012; doi: 10.3945/ajcn.111.023648)
(Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, 24.02.2012 - DLO)
 
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