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Samstag, 16.12.2017
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Wenig zu feiern am Europäischen Tag der Meere

Ölpest, Übernutzung und Artensterben gefährden wertvollen Naturraum

Heute ist der Europäische Tag der Meere – ein Aktionstag, der an die Bedeutung und Schutzwürdigkeit der Ozeane erinnern soll. Angesichts von Ölpest, Überfischung und den Bedrohungen durch den Klimawandel hat das Meer 2010 - im offziellen UN-Jahr der biologischen Vielfalt – weniger zu lachen denn je.
Umweltopfer Meer

Umweltopfer Meer

Seit 2008 begeht Europa alljährlich am 20. Mai den „Tag der Meere“. Der von der Europäischen Kommission ins Leben gerufene Tag soll darauf aufmerksam machen, dass die Lebensqualität der Europäer auch vom Zustand der Meere und einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen abhängig ist. Das Bewusstsein für die Umweltprobleme in den Meeren soll gestärkt werden. Doch auch im offiziellen UN-Jahr der biologischen Vielfalt gibt es an diesem Tag nur wenig zu feiern: Allein die noch immer kontrollierte Ölpest im Golf von Mexico zeigt, wie schnell der Lebensraum Meer langfristig geschädigt wird. Weltweit hält zudem das Artensterben in marinen Lebensräumen unverändert an.

Kaum Fortschritte beim Artenschutz


Die Meere machen 99 Prozent der belebten Biosphäre aus und beherbergen Hunderttausende faszinierende Arten. Gleichzeitig aber sind sie Orte intensiver industrieller Nutzung. 22 der 27 EU-Mitgliedsstaaten sind Küstenländer, mehr als 400.000 Menschen arbeiten allein in der Fischerei und fischverarbeitenden Industrie Europas. Doch die wertvolle Ressource ist bedroht, Verschmutzung, Übernutzung und Klimawandel machen ihr zu schaffen. Wo wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen, bleibt viel zu oft der Natur- und Artenschutz auf der Strecke, mahnt anlässlich des Aktionstages die Umweltorganisation NABU..

Überfischung geht weiter


So ist es bisher nicht gelungen, selbst so stark bedrohte Arten wie den Roten Thun, Herings- oder Dornhai effektiv zu schützen. Die Fischereipolitik hat vielmehr dazu geführt, dass inzwischen 88 Prozent der kommerziell genutzten Fischarten in den europäischen Gewässern überfischt sind. Auch die Mehrheit der Vertragsstaaten bei der diesjährigen Konferenz zum Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen war nicht bereit, der Ausbeutung der Meere einen Riegel vorzuschieben.


„Es ist höchste Zeit zu handeln. Wenn wir es nicht bald schaffen, einen wirklichen Ausgleich von Schutz- und Nutzerinteressen herbeizuführen, wird der gesamte Fischereisektor zusammenbrechen", erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Damit die Bestände sich erholen könnten, sei ein radikales Umdenken erforderlich. Fangbeschränkungen, zum Beispiel für stark bedrohte Bestände des Kabeljaus, für Thun- und Schwertfisch sowie eine Anpassung der Fangkapazitäten seien unumgänglich, um eine nachhaltige Fischereiwirtschaft auch für spätere Generationen zu sichern. „Bleibt zu hoffen, dass der notwendige Dialog Erfolge für den Natur- und Artenschutz im Meer bringt, ehe es für viele Arten und Lebensräume endgültig zu spät ist", so der NABU-Präsident.
(NABU, 20.05.2010 - NPO)
 
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