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Mittwoch, 26.09.2018
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Warmwasserpulse auf dem Schelf

Die ersten Daten bestätigen Veränderungen

Inzwischen gibt es erste Ergebnisse von den Sensorketten vor und unter dem Filchner-Ronne-Schelfeis. "Unsere Daten aus den ersten drei Jahren zeigen jahreszeitliche Schwankungen der Strömung. Im antarktischen Sommer gelangen die warmen Wassermassen tatsächlich auf den Kontinentalschelf", erklärt Svenja Ryan. "Zum Winter hin aber dominiert das kalte und schwere Eisschelfwasser wieder. Die warmen Wassermassen schaffen es dann nicht mehr den steilen Hang auf die Kontinentalplatte hinauf."

Verankerung im Schelfeis: Flaggen und ein Solarpanel makieren die Bohrstelle

Verankerung im Schelfeis: Flaggen und ein Solarpanel makieren die Bohrstelle

Das warme Wasser kommt näher


Messergebnisse ihrer norwegischen Kollegen bestätigen sogar, dass es die Warmwasser-Pulse phasenweise bis zum Schelfeis schaffen. Wie lange es sie allerdings schon gibt, ob sie stärker werden und sogar schon unter das Eis reichen, können die AWI-Experten nicht sagen. Das Weddellmeer gehört nämlich noch immer zu den am wenigsten erforschten Meeresgebieten der Welt.

"Uns fehlen tatsächlich aussagekräftige Daten. Polarstern war vor diesen zwei Reisen das letzte Mal im Jahr 1995 in dieser Region – und auch damals konnten wir nur Sommerdaten sammeln", sagt Ozeanograph Michael Schröder. "Mit unseren neuen Verankerungen unter dem Schelfeis und am Rand des ­Filchner-Trogs wollen wir nun zumindest fünf Jahre lang kontinuierlich Daten sammeln, um das Strömungssystem besser zu verstehen und genauere Vorhersagen treffen zu können."

Komplexer als gedacht


Die ersten Daten der AWI-Verankerungen unter dem Eis zeigen bereits, dass die bisherigen Vorstellungen zur Zirkulation unter dem Schelfeis zu einfach waren. "Wir sind bisher davon ausgegangen, dass die Strömung von den kalten Wassermassen aus der Ronne-Schelfeis-Kaverne dominiert wird", berichtet Hartmut Hellmer.

Doch deren Einfluss scheint sich auf den südlichen Teil des Filchner-Schelfeises zu beschränken. "Unter dem nördlichen Teil zirkulieren vorwiegend Wassermassen aus dem vorgelagerten Filchner-Trog", so Hellmer. Die Zukunft des zweitgrößten Schelfeises der Antarktis genau vorherzusagen, wird sich demnach noch schwieriger gestalten, als es die Wissenschaftler angenommen haben.
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Sina Löschke / AWI Klimamagazin
Stand: 09.03.2018
 
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