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Seit der Entdeckung des Pluto sind fast 70 Jahre vergangen – doch noch immer glänzt der Außenseiter des Sonnensystems vor allem durch eines: durch offene Fragen. Selbst die besten Teleskope auf der Erde oder in der Erdumlaufbahn haben bisher kaum mehr als rudimentäre Daten über den Kleinplaneten geliefert. Und selbst diese sind mit großer Unsicherheit behaftet.
 | | New Horizon bei Anäherung an Pluto und Charon © NASA  | Um das zu ändern, hat die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA am 19. Januar 2006 eine Sonde auf die Reise geschickt, die zum ersten Mal gezielt den Pluto und seine „Geschwister“ im Kuipergürtel aus der Nähe erkunden soll. Die vier Milliarden Kilometer lange Reise führt „New Horizons“ in ein Gebiet, in der die Sonne nicht mehr als ein heller Stern am Himmel ist. Ihr Licht ist tausend Mal schwächer als auf der Erde und braucht mehr als vier Stunden bis zum Pluto.
Um diese entlegene Region überhaupt zu erreichen, nutzt die Sonde die Schwerkraft des Jupiter als zusätzliche Beschleunigung. Doch auch so dauert es noch weitere sechs Jahre, bis New Horizons im Sommer 2015 am Pluto eintrifft. Dort soll sie fünf Monate lang den Kleinplaneten und seinen Begleiter Charon untersuchen, bevor es noch weiter hinausgeht in den Kuipergürtel. Hier stehen dann nähere Erkundungen von mindestens zwei weiteren Himmelskörpern auf dem Programm.
Atmosphärenforschung mit UV und Radiowellen
Mit einer ganzen Batterie verschiedener Spektrometer, Kameras und Detektore ausgerüstet, könnte New Horizons endlich die vielen Lücken im Wissen über Pluto und seine „Kollegen“ decken. Geplant sind Untersuchungen der Oberflächenbeschaffenheit, der Geologie und internen Struktur, sowie der Atmosphären.
| |  | New Horizons soll auch die Atmosphäre des Pluto analysieren © NASA  | Die Sonde soll unter anderem gezielt in den Schatten des Kleinplaneten eintauchen und dabei das durch die Atmosphäre fallende Licht einfangen und mithilfe ihres „Alice“-Spektrometers analysieren. Die charakteristischen Absorptionslinien im UV-Spektrum des Lichts ermöglichen den Nachweis selbst kleinster Spuren von atmosphärischen Gasen.
Parallel dazu registriert ein weiteres Instrument an Bord, wie stark die von der Erde an die Sonde gesendeten Radiowellen durch die Atmosphäre gebeugt werden. Dies erlaubt einen Rückschluss auf die durchschnittliche molekulare Masse und die Temperatur der Gashülle. Überraschungen sind hier, wie auch in den anderen Forschungsbereichen alles andere als ausgeschlossen...
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