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Freitag, 19.03.2010
Das Morgen hat schon begonnen
Bereits spürbare Auswirkungen des Klimawandels

Dass der Klimawandel an Deutschland nicht spurlos vorübergehen wird, ist klar. Und ebenso klar sind auch die Indizien dafür, dass die große Veränderung längst begonnen hat . So warten viele Zugvögel im Herbst immer länger mit ihrem Flug in den Süden, einige ziehen inzwischen gar nicht mehr und überwintern stattdessen hierzulande - die milden Winter machen es möglich. Auf Helgoland beobachteten Biologen, dass Vogelarten wie Gartenrotschwanz, Gartengrasmücke und Fitis die Insel im Frühjahr rund eine Woche früher erreichen als noch vor vierzig Jahren. Da der Gartenrotschwanz im Herbst zudem rund eine halbe Woche später nach Süden zieht, bleibt er insgesamt rund eineinhalb Wochen länger in Deutschland.

 Die Apfelblüte beginnt inzwischen eine Woche früher
Die Apfelblüte beginnt inzwischen eine Woche früher
© GFDL  Die Apfelblüte beginnt inzwischen eine Woche früher
Frühjahr früher, Herbst später
Der Frühling beginnt auch in der Pflanzenwelt inzwischen früher, der Winter später als noch vor einigen Jahrzehnten. Um 1960 fiel beispielsweise der Beginn der Apfelblüte in Deutschland noch auf Anfang Mai, in den letzten Jahren fing sie aber schon rund eine Woche eher, Ende April, an. Der Schwarze Holunder ist im Vergleich zu 1960 sogar rund zehn Tage früher dran und auch die Rotbuchen entfalten ihre Blätter ebenfalls zehn Tage früher als noch vor 40 Jahren.

Entscheidender Faktor hierfür ist die Temperatur. Diese ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts hierzulande um 0,9°C angestiegen – und damit sogar 0,2°C mehr als der globale Durchschnitt. Wie nahezu überall weltweit erfolgte dieser Anstieg auch in Deutschland nicht gleichmäßig, sondern beschleunigte sich in den vergangenen 50 Jahren.

Wärmerekorde in Serie
Von den Jahren seit 2000 war fast jedes rekordverdächtig, allein 2007 war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) das zweitwärmste seit Beginn der deutschen Wetteraufzeichnungen. In den zwölf Monaten von September 2006 bis August 2007 übertrafen die durchschnittlichen Monatstemperaturen in Deutschland konstant die Mittelwerte. Insgesamt lagen diese zwölf Monate zweieinhalb Grad über dem langjährigen Jahresdurchschnitt – und damit ziemlich genau in dem Bereich, der uns den Prognosen zufolge in nicht allzu ferner Zukunft erwarten wird.

„Wir alle hatten damit die Gelegenheit, unsere Klimazukunft schon mal live zu erleben. Solche Temperaturen werden Ende des 21. Jahrhunderts in Deutschland die Regel sein“, erklärte denn auch Wolfgang Kusch, Präsident des DWD im April 2008, bei der jährlichen Klima-Pressekonferenz des Wetterdienstes in Berlin. „Die Frage nach dem Ja oder Nein des Klimawandels hat sich erledigt. Die Veränderung des Klimas ist Teil unseres Alltags.“

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