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Freitag, 10.02.2012
Afrika überwindet Grenzen
Geben Nationalparkprojekte dem Kontinent neue Hoffnung?

Elefanten 
Elefanten
© A. Gnauk
Wenn die Elefanten des Krüger-Nationalparks, dem Vorzeigepark der Republik Südafrikas, an die Ostgrenze des Reservates wandern, stehen sie vor einem Zaun. Der "Eiserne Vorhang" an der Grenze zu Mosambik rettete ihnen früher das Leben. Denn in Mosambik tobte 20 Jahre lang ein Bürgerkrieg. In dieser Zeit haben Wilderer fast den gesamten Wildtierbestand des Landes vernichtet. Doch heute bekommt der Zaun zunehmend Löcher. Seit in Mosambik Frieden herrscht wird er kaum noch repariert. Nun gibt es Überlegungen, den Zaun ganz abzureißen und die Reservate beiderseits der Grenze zu vereinigen.

Das Projekt ist ehrgeizig und längst nicht das einzige seiner Art. In mehreren Gebieten des südlichen Afrikas sollen die Absperrungen zwischen Schutzgebieten verschwinden und sogenannte Peace Parks als grenzübergreifende ökologische Einheiten entstehen. Die Vereinigung des Krüger Nationalparks mit dem mosambikanischen Reservat in der südlichen Provinz Gaza und dem Nationalpark Gonarezhou in Simbabwe ist dabei das größte Projekt. Das gesamte Schutzgebiet wird eine Ausdehnung von etwa 155.000 Quadratmeilen haben. Mit dem zweiten Projekt soll an der Grenze zwischen Simbabwe und Mosambik ein kleines zusammenhängendes Bergreservat entstehen. Und schließlich will man auch das große Elefantenreservat Maputo in Mosambik mit den südafrikanischen Parks Tembe und Ndumo und weiteren Schutzgebieten in Swasiland verbinden. Bereits in diesem Jahr wurde der Kgalagadi-Park eröffnet, eine Kooperation des Nationalparks Gemsbok in Botswana mit dem Gemsbok-Kalahari-Park Südafrikas. In dem knapp 38.000 Quadratkilometer großen Reservat haben Tiere und auch die Einwohner und Touristen nun freien Zugang zu beiden Teilen. Ein gemeinsames Management verwaltet den Park. Ein halbes Jahrhundert informelle Zusammenarbeit waren nötig, um dieses Reservat entstehen zu lassen.

 Löwe
Löwe
© A. Gnauk
Die anderen Projekte sollen schneller verwirklicht werden. Der Multimillionär und Präsident des südafrikanischen World Wildlife Funds (WWF) Anton Ruppert gründete daher Anfang der 90er Jahre die Peace Park Foundation. Er begeisterte die Regierungen der betroffenen Länder für die Idee und gewann den ehemaligen südafrikanischen Präsident und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela als Schirmherrn. Das Projekt hat somit gute Chancen, denn am politischen Willen wird es nicht scheitern. Einzig die Bewohner der Regionen stehen den Plänen teilweise skeptisch gegenüber. Mit den Schutzgebieten wird ihnen Land weggenommen. So ist es schwer die Einheimischen zu überzeugen, dass die Parks auch Jobs bringen. In Simbabwe praktiziert man hierbei ein beispielhaftes Konzept. Die Einheimischen werden an den Umsätzen, die die Besitzer der Touristenlodgen erwirtschaften, beteiligt und profitieren so trotz Landverlust und Einschränkung ihrer Jagdrechte.

Auch von finanzieller Seite ist das Projekt abgesichert. Weltbank, Deutschland, die USA - alle wollen Geld geben. Denn das Projekt könnte Hoffnung für Afrika bedeuten und ein Schritt sein, die Länder zu vereinen, um gemeinsam Probleme anzugehen. Die künstlichen Grenzen der Kolonialzeit trennen im südlichen Afrika nicht nur ökologische Einheiten, sondern auch Völker. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit könnte das Vertrauen der Länder untereinander stärken und dem krisengebeutelten Kontinent die Chance auf Frieden geben.

Und den Elefanten des Krüger-Nationalparks würde dieses Mal der Abriß des Zaunes das Überleben sichern. Denn inzwischen gibt es über 9.000 der Dickhäuter in dem südafrikanischen Park, zu viele für das Reservat. Sie gefährden das ökologische Gleichgewicht. In Mosambik auf der anderen Seite des Zaunes hingegen fänden sie genügend Nahrung und Platz.

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