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Naturwelt, Tourismus, Armut…

Die Entwicklung zum Wirtschaftsmotor Ostafrikas

Kenia, ehemals britische Kolonie, erlangte Ende 1963 als letztes Land in Ostafrika die Unabhängigkeit. Dennoch wurde es zum Wirtschaftsmotor der Region. Das stetige Wirtschaftswachstum und die politische Stabilität machte es zum festen und wichtigen Partner vieler Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Zudem ist Nairobi zum Sitz vieler internationaler Einrichtungen und politischer Institutionen herangewachsen.

Nationalpark © Anne Gnauk

Kenias Potential liegt in der Vielfalt der Landschaft sowie der Pflanzen – und Tierwelt. Die tropische Küste mit Mangrovensümpfen, der beeindruckende Ostafrikanische Graben, der das Land von Nord nach Süd durchzieht, das Hochland und das Hochgebirge mit dem über 5.200 Meter hohen Mt. Kenia, die Halbwüsten im Norden und der riesige Victoria-See im Westen bilden ein Kontrastprogramm der besonderen Art. Zudem verfügt Kenia über zahlreiche Nationalparks mit großem Wildtierbestand, die das Land für den Tourismus attraktiv machen. Mit dem Ausbau des Tourismus wurde dieser neben den Exportprodukten Kaffee und Tee frühzeitig zum wichtigsten Devisenbringer des Landes.

Das Wirtschaftswachstums Kenias hat jedoch nur wenig an der Armut der Bevölkerung geändert. Denn Kenias Bevölkerung wuchs lange Zeit in einem Ausmaß wie in kaum einen anderen Land der Welt. Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit lebten etwa acht Millionen Menschen in Kenia. Heute sind es knapp 31 Millionen, die Bevölkerung hat sich demnach in knapp 40 Jahren nahezu vervierfacht. So sehr Kinder in Kenia traditionell Reichtum und Prestige bedeuten, so problematisch ist diese Entwicklung für das Land. Denn das Bevölkerungswachstum lässt die Anbauflächen knapp werden, die für die immer noch vorherrschende Selbstversorgung so wichtig sind. Das Pro-Kopf-Einkommen ist dementsprechend niedrig. Gerade einmal 360 Dollar stehen einem Einwohner durchschnittlich pro Jahr zur Verfügung.

Schulkinder © Anne Gnauk

Zudem ist die Kluft zwischen Reich und Arm groß. Es gibt wenige, die viel verdienen und dafür viele, die unter der Armutsgrenze leben. Fast die Hälfte der Kenianer muss pro Tag mit weniger als einem Dollar auskommen. Und davon muss nicht nur die Familie ernährt, sondern auch die Bildung der Kinder bezahlt werden. Und die ist für keniainische Verhältnisse teuer. Etwa 280 Mark kostet im Durchschnitt ein Jahr in der Grundschule. Für die höhere Schule muss fast das Dreifache bezahlt werden. Nur 24 Prozent aller Grundschulabgänger erhalten daher eine weiterführende Schulbildung und von dort schaffen es nur acht Prozent auf die Universität.

Solche Zahlen zeigen, dass Kenia von dem einmal anvisierten Ziel, in den nächsten Jahren als Schwellenland in den Listen der UNO aufzutauchen, weit entfernt ist. Die momentane Situation im Land spricht sogar eher für eine zunehmende Entfernung von dieser Zielsetzung.

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Stand: 06.11.2001

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Entwicklungsländer
Gibt es Wege aus dem Labyrinth der Armut?

Facts
Das Wichtigste in Kürze

Fünf Welten in der einen Welt
Wie die politischen Umbrüche der 90er Jahre die Einteilung der Welt veränderten

Was charakterisiert ein Entwicklungsland?
Die Merkmale und die Probleme bei der Definition

Die Suche nach den Ursachen
Warum es vielen Entwicklungsländern nicht gelingt, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen

Aus reich mach arm
Wie der Krieg um Rohstoffe Potentiale ruiniert

Export von Rohstoffen und Import von Fertigwaren
Die Abhängigkeit der Entwicklungsländer auf dem weltweiten Handelsmarkt

Kenia
Geographie, Wirtschaft und Bevölkerung

Naturwelt, Tourismus, Armut...
Die Entwicklung zum Wirtschaftsmotor Ostafrikas

Warum in Kenia das Licht nicht brennt
Das Musterland auf dem wirtschaftlichen Rückschritt

Von der Entwicklungshilfe zur Partnerschaft
Geschichte, Prinzipien und Strukturen der Entwicklungszusammenarbeit

Wenn Projekte scheitern
Über den Sinn und Unsinn einer Hilfe von außen

Burkina Faso
Wie 1.000 Handpumpen einer ganzen Region zu neuer Lebensqualität verhalfen

Beispiel Tansania: ein Kleinstprojekt
Wasserkraft statt Diesel für Maismühlen

Bildung als Chance
In den Dorfschulen Honduras lernen die Kinder für's Leben

Neue Perspektiven für die Landwirtschaft
Warum Kleinbauern wieder traditionelle Anbautechniken aufgreifen

Afrika überwindet Grenzen
Geben Nationalparkprojekte dem Kontinent neue Hoffnung?

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