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Freitag, 10.02.2012
Burkina Faso
Wie 1.000 Handpumpen einer ganzen Region zu neuer Lebensqualität verhalfen

Der Zugriff auf Wasser, insbesondere auf sauberes Wasser, ist ein zentrales Problem in vielen Entwicklungsländern. Vor allem in den Länder der Trockengebiete, zum Beispiel in der Sahelzone Afikas, herrscht während eines längeren Zeitraums im Jahr Wassermangel, so auch in Burkina Faso in Westafrika.

Wasserträgerin 
Wasserträgerin
© A. Gnauk
In den östlichen Provinzen des Landes hat sich die Situation seit der großen Dürre in den 70er Jahren stetig weiter verschärft. Die abnehmenden Regenfälle verursachten eine Senkung des Grundwasserspiegels, so dass viele Brunnen in den Monaten der Trockenzeit kein Wasser mehr führten. Die für den Wassertransport zuständigen Frauen und Mädchen mussten daher tiefere Brunnen in bis zu 15 Kilometern Entfernung aufsuchen, was einen halben Tag in Anspruch nahm. Hinzu kam eine katastrophale hygienische Situation an den Wasserstellen, die meist nur aus unbefestigten Brunnen bestanden und gleichzeitig auch von Tieren genutzt wurden.

Die Regierung von Burkina Faso schilderte die Situation 1984 gegenüber dem BMZ in Deutschland und sprach sich für ein Projekt zur ländlichen Trinkwasserversorgung aus. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau prüfte das Vorhaben und bestätigte den dringenden Handlungsbedarf. Als einheimischer Träger fungierte die staatliche "Trinkwasserdirektion des Ostens", ein Amt des Ministeriums für Wasserversorgung. Von deutscher Seite leistete ein Ingenieurbüro Unterstützung bei der Durchführung. Letztlich setzte aber die Bevölkerung der beteiligten Dörfer selbst einen großen Teil der Maßnahmen um. Die Gesamtkosten des Projekts, das in drei Phasen von 1985 bis 1992 stattfand, betrugen 37 Millionen Mark. In dieser Zeit konnten über 1.050 Handpumpen installiert werden, die heute weitgehend flächendeckend die etwa 500.000 Dorfbewohner der östlichen Provinzen Burkina Fasos mit Wasser versorgen.

 Brunnenbau
Brunnenbau
© Frank Bliss
Aufgrund der hohen Anzahl an anzulegenden Wasserstellen und der notwendigen Tiefe von etwa 70 Metern kamen nur Bohrungen mit Pumpanlagen in Frage. Gegenüber den traditionellen Ziehbrunnen hatten sie den Vorteil, dass die Wasserstellen mit einer Betonplatte abgedeckt werden und so vor Verunreinigungen geschützt sind. Die Handpumpen stellte eine Firma aus der benachbarten Elfenbeinküste her. So blieben die Transportkosten gering und die Ersatzteile waren und sind schnell und relativ unkompliziert zu beschaffen.

Die Auswahl der Standorte für die Brunnen erfolgte nach festgelegten Kriterien. Neben einer einer Dorfgröße von mindestens 250 Einwohnern, war vor allem das Interesse, sowie die Bereitschaft zu Eigenleistungen der Bevölkerung entscheidend. War eine positive Entscheidung gefallen, so erfolgte in einer Dorfversammlung die Wahl eines Pumpenkomitees, das in Zukunft die Koordination des Projekts im Dorf übernehmen und nach dem Bau den Betrieb der Pumpe gewährleistete. Dem Komitee gehörten auch zwei Frauen an, die als Gesundheitsbeauftragte in Hygienefragen geschult wurden und diese Kenntnisse an die Bevölkerung weiter geben sollten. Zudem sammelte das Komitee vor Beginn Geld unter den Einwohner, um die finanzielle Eigenbeteiligung an den Baumaßnahmen in Höhe von etwa 150 Mark aufzubringen. Die Arbeiten zum Bau der Brunnen führten fast ausschließlich Männer aus dem jeweiligen Dorf durch. Nach Einweihung der Pumpe ging diese in den Besitz der Dorfgemeinschaft über.

Brunnen 
Brunnen
© Pfarrei St. Pius Landshut
Der Unterhalt und die Wartung der Pumpen liegt seitdem in der Eigenverantwortung der Dorfgemeinschaft. Im Vorfeld hatte das Projektteam die Mitarbeiter des Komitees in Fragen des Managements und der technischen Handhabung geschult. Zudem wurden im gesamten Projektgebiet 18 Mechaniker ausgebildet, die in der Lage sind jede Reparatur an den Pumpen vorzunehmen. Für den Unterhalt leisten die Familien des Dorfes geringfügige Gebühren. Eine Untersuchung einige Jahre nach Projektende ergab, dass 80-90 Prozent der Brunnen ständig betriebsbereit sind. Ergebnisse, die ähnliche Projekte früher kaum erbrachten.

(Quelle:"Die Praxis der deutschen Entwicklungszusammenarbeit" von F. Bliss)

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