• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 07.12.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Okavango-Delta

Wasserkrise im „Garten Eden“?

Elefant im Okavango-Delta

Elefant im Okavango-Delta

Ein gigantisches Mosaik aus Sümpfen, Wasserflächen, bewaldeten Inseln und fruchtbaren Weidegebieten. Mittendrin Tausende von Elefanten, Giraffen, Krokodilen und Vögeln. Und dies alles im trockenen Herzen des südlichen Afrika. Unmöglich? Keineswegs. Das Okavango-Delta im Nordosten Botswanas ist ein solches „Paradies“ inmitten einer lebensfeindlichen Umgebung.

Am Leben erhalten wird dieses fragile Ökosystem durch die Wassermassen des Flusses Okavango. Aus dem Hochland Angolas kommend, mündet er nicht im Meer, sondern überschwemmt Jahr für Jahr mit seinen Fluten die Kalahari-Wüste. Der Okavango erschafft so immer wieder große Teile dieses einzigartigen, gewaltigen Feuchtgebiets neu. Das Wasser lässt die Natur förmlich explodieren und verwandelt die öde Steppe in eine blühende Naturlandschaft.

Doch dieses riesige Feuchtgebiet könnte vielleicht schon bald von der Weltkarte verschwunden sein, denn Namibia, Angola und Botswana wollen dem Delta das lebensnotwendige Wasser „abdrehen“. Am Oberlauf des Flusses sind zahlreiche neue Staudämme, Wehre und Kraftwerke geplant, die den ständig steigenden Energiehunger der Bevölkerung befriedigen sollen.

Damit nicht genug: Namibia spielt noch immer mit dem Gedanken, eine Wasser-Pipeline zu bauen, die dem Okavango noch mehr Wasser abzapft. Die Politiker wollen so die „durstende“ Hauptstadt Windhuk mit Trinkwasser versorgen und die umgebenden Wüstenlandschaften in landwirtschaftliche Oasen verwandeln.

Einige der Projekte haben bereits das Stadium von unverbindlichen Absichtserklärungen hinter sich gelassen. So hat die namibische Elektrizitätsgesellschaft NamPower soeben eine erste Machbarkeitsstudie für ein 20 Megawatt Stauwehr am Oberlauf des Okavango vorgestellt. Darin ist bereits der günstigste Standort für die Anlage – unmittelbar in der Nähe der Touristenattraktion „Popa-Wasserfälle“ - festgelegt.

Droht dem Okawango-Delta tatsächlich schon bald das Aus? Oder gibt es noch Möglichkeiten, das grandiose Feuchtgebiet vor dem Austrocknen zu retten?

Inhalt:

  1. Wasserwelt in der Wüste
    Das größte Binnendelta der Erde
  2. Paradies auf Erden?
    Wasser und Sedimente sorgen für biologische Vielfalt
  3. Ökotourismus statt Pauschalreisen
    Natur pur im „Land der vielen Flüsse“
  4. Wasser und Strom für Windhuk
    Staudämme, Pipelines und mehr...
  5. Popa Falls ade?
    Ein 20 Megawatt Wasserkraftwerk im Caprivi-Zipfel
  6. "Saubere" Energie oder ökologische Katastrophe?
    Streit um ein Stauwehr
  7. Unterirdische Speicher statt Stauseen
    Alternativen zur Wasserpipeline am Okavango
  8. Wie viele Staudämme verträgt der Okavango?
    Von hydrologischen Modellen und Flussgebietskommissionen
  9. Von Viren, Elefanten und Buffalo fences
    Bedrohtes Paradies Okavango
Dieter Lohmann
Stand: 30.07.2004
 
Printer IconShare Icon