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Paradies auf Erden?

Wasser und Sedimente sorgen für biologische Vielfalt

Sumpfgebiete im Delta © Paul Hofmann

Das Okavango-Delta profitiert von einer einzigen Regenzeit gleich doppelt. In den Monaten Dezember bis April sorgen die Niederschläge in der Region selbst für die Wasserversorgung des Ökosystems. Dann, wenn diese Vorräte nahezu aufgebraucht sind, bringt der Okavango mitten in der trockensten Zeit des Jahres das Lebenselixier Wasser zurück.

Die Natur entwickelt daraufhin eine Pracht und Vielfalt wie sie zumindest in Afrika anderswo kaum anzutreffen ist. Tausende von Elefanten, Löwen, Giraffen oder Büffel leben in diesem riesigen Feuchtgebiet, zahlreiche Fischarten tummeln sich in den Wasseradern des Deltas und Vögel gibt es „wie Sand am Meer“. Darunter sind viele bedrohte Arten, die hier eines der letzten Rückzugsgebiete für sich erobert haben.

Doch nicht nur die Fauna, auch die Pflanzenwelt hat einiges zu bieten: Papyrussümpfe, Wälder oder Palmenhaine sind hier genauso zu finden, wie Schilfrohr, Seerosen, Akazien oder der Leberwurstbaum mit seinen eigenartigen Blüten und Früchten.

Das Idyll ist aber vor allem im Süden des Deltas nicht von Dauer. Mit der Zeit verdunsten große Teile des Okavango–Wassers in der sengenden Sonne oder versickern in den bis zu 200 Meter dicken Sandschichten der Kalahari. Im nächsten Jahr beginnt das ganze Schauspiel dann von neuem…

Lebenswichtige Sedimente

Bewaldete Deltainseln © Paul Hofmann

Nicht nur das Wasser ist für das Leben inmitten der Wüste verantwortlich, fast genauso wichtig sind die gewaltigen Mengen an Sedimenten, die der Okavango in das Delta schleppt. Rund 600.000 Tonnen an Sand und anderen winzigen Partikeln sind es jährlich, die der Fluss fächerartig ablagert. Die darin reichlich enthaltenen Salze und Mineralien beschleunigen das Tier- und Pflanzenwachstum und tragen so erheblich zur biologischen Vielfalt bei.

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Der abgelagerte Sand dagegen sorgt dafür, dass sich immer wieder neue Deltainseln auftürmen, die rasch von den unterschiedlichsten Lebewesen in Beschlag genommen werden. An anderen Stellen werden die meist sanften, baumbestandenen Hügel durch die Kraft des Wassers wieder abgetragen oder versetzt.

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Stand: 30.07.2004

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Okavango-Delta
Wasserkrise im „Garten Eden“?

Wasserwelt in der Wüste
Das größte Binnendelta der Erde

Paradies auf Erden?
Wasser und Sedimente sorgen für biologische Vielfalt

Ökotourismus statt Pauschalreisen
Natur pur im „Land der vielen Flüsse“

Wasser und Strom für Windhuk
Staudämme, Pipelines und mehr...

Popa Falls ade?
Ein 20 Megawatt Wasserkraftwerk im Caprivi-Zipfel

"Saubere" Energie oder ökologische Katastrophe?
Streit um ein Stauwehr

Unterirdische Speicher statt Stauseen
Alternativen zur Wasserpipeline am Okavango

Wie viele Staudämme verträgt der Okavango?
Von hydrologischen Modellen und Flussgebietskommissionen

Von Viren, Elefanten und Buffalo fences
Bedrohtes Paradies Okavango

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