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Wasserwelt in der Wüste

Das größte Binnendelta der Erde

Botswana vor 30.000 Jahren oder mehr. Inmitten des südlichen Afrikas dehnt sich ein gigantischer, relativ flacher See aus. Gespeist wird er von den Flüssen Okavango, Sambesi und Chobe, die ihre aus den umliegenden Gebirgen und Hochländern stammenden Wassermassen ständig hier „abladen“.

Rund 10.000 Jahre später hat sich die Situation bereits nachhaltig verändert. Die starke Verdunstung lässt den Ursee immer weiter zusammenschmelzen bis das Gewässer schließlich fast ganz ausgetrocknet ist. Zurück bleiben vor allem zahlreiche große Salzseen, die Makgadikgadi Pans.

Durch heftige tektonische Aktivitäten kommt es zu zahlreichen Verwerfungen in der Region. Nordwestlich davon bildet sich eine große grabenartige Struktur, in der der Okavango von da ab mündet. Die starke Verdunstung und die geringen Niederschläge sind der Grund dafür, dass der Fluss in diesem Binnendelta endet, ohne je das Meer zu erreichen.

Wasserwelt zur Trockenzeit

Ein Netz aus Wasseradern... © Paul Hofmann

Soweit ein mögliches Szenario, das Wissenschaftler zur Entstehung des größten Binnendeltas der Erde am Okavango entwickelt haben. Doch zurück zur Realität: Rund 18.000 Quadratkilometer groß ist das Delta heute und übertrifft damit sogar die Fläche Schleswig-Holsteins deutlich. Obwohl Wissenschaftler und Naturschützer oft von einem riesigen Feuchtgebiet sprechen, ist längst nicht das ganze Gebiet ständig überflutet. Nur ein Drittel im Norden des Deltas steht dauerhaft unter Wasser.

Der Rest verwandelt sich erstaunlicherweise ausgerechnet in der Trockenzeit jedes Jahr in ein buntes Sammelsurium aus Sumpflandschaften mit eingestreuten bewaldeten Inseln, Savannen und einem Netz aus wasserführenden Rinnen und „Kanälen“. Aus einem trockenen, steppenartigen Szenario wird dann innerhalb von wenigen Tagen ein traumhafter Lebensraum für Krokodile, Flusspferde oder Schreiseeadler.

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Wieso aber gerade in der Trockenzeit? Schuld an der Entstehung dieser gewaltigen Wasserwelt ist eine Flutwelle, die jedes Jahr vom Hochland von Angola aus über den Fluss „schwappt“. In der Regenzeit von Dezember bis April fallen dort große Mengen an Niederschlägen. Die Abflüsse aus den Bergen sammeln sich anschließend im Kubango, wie der Okavango dort noch heißt, und seinen Nebenflüssen.

Vor allem im Februar und März wird aus dem ansonsten eher träge dahinfließenden Fluss ein großer Strom, der zehnmal so viel Wasser führt wie in der Trockenzeit. Bis diese Wassermassen jedoch die Grenze nach Botswana erreichen und im Okavango-Delta ankommen, dauert es noch Monate. Erst im Juli oder August melden dann auch die abgelegensten Ausläufer des Feuchtgebiets und die wichtige Provinzstadt Maun im Süden des Deltas steigende Wasserpegel. Normalerweise ausgetrocknete Flüsse, wie der Boteti, transportieren das Wasser dann sogar weiter bis in die entlegenen Makgadikgadi Salzseen oder Lake Ngami.

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Stand: 30.07.2004

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Okavango-Delta
Wasserkrise im „Garten Eden“?

Wasserwelt in der Wüste
Das größte Binnendelta der Erde

Paradies auf Erden?
Wasser und Sedimente sorgen für biologische Vielfalt

Ökotourismus statt Pauschalreisen
Natur pur im „Land der vielen Flüsse“

Wasser und Strom für Windhuk
Staudämme, Pipelines und mehr...

Popa Falls ade?
Ein 20 Megawatt Wasserkraftwerk im Caprivi-Zipfel

"Saubere" Energie oder ökologische Katastrophe?
Streit um ein Stauwehr

Unterirdische Speicher statt Stauseen
Alternativen zur Wasserpipeline am Okavango

Wie viele Staudämme verträgt der Okavango?
Von hydrologischen Modellen und Flussgebietskommissionen

Von Viren, Elefanten und Buffalo fences
Bedrohtes Paradies Okavango

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