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Ökotourismus statt Pauschalreisen

Natur pur im „Land der vielen Flüsse“

Wasserwelt Okavango-Delta © Paul Hofmann

Für Europa entdeckt hat das „Land der vielen Flüsse“, wie die Bewohner der Region das Okavango-Delta nennen, der englische Wissenschaftler und Naturforscher David Livingstone im Rahmen seiner Kalaharidurchquerung im Jahr 1849.

Viel hat sich nicht verändert im Delta seit Livingstones Zeiten. Straßen, Industriebetriebe oder größere Städte sind im Norden Botswanas auch heute noch Mangelware. Und auch vom Massentourismus ist das empfindliche Ökosystem bisher verschont geblieben. Die Regierung Botswanas setzt statt dessen auf eine besonders exklusive Form des Ökotourismus.

Nur rund 50.000 Besucher dürfen jährlich in das Okavango-Delta kommen, um die Wunder der Fauna und Flora zu bewundern. Sie spülen nach Angaben des International River Network (IRN) aber immerhin rund 350 Millionen US-Dollar in die durch die Diamantengewinnung ohnehin gut gefüllten Kassen des Landes. Viele der circa 100.000 Einwohner der Delta-Region sind aber auf die Touristen als Einnahmequelle angewiesen.

Meist von der Stadt Maun aus werden die betuchten Gäste mit kleinen Motorflugzeugen zu einer der etwa drei Dutzend Ferien-Lodges im Delta-Bereich gebracht, von wo aus sie Stippvisiten mit Einbaumbooten, so genannten Mokoros, oder Jeeps in die Wildnis machen. Bis zu 1.000 Euro pro Nacht und Schlafplatz müssen sie dafür bezahlen – doch den meisten ist es die Sache wert und sie kommen immer wieder zurück zum Okavango.

Peter Bauer, Wissenschaftler an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich sagt dazu im Uni-Magazin Bulletin: „Nur die Tatsache, dass es heute Menschen gibt, die bereit sind für Erlebnisse der Okavango-Art, oder auch nur für das Wissen um seine unbeeinträchtigte Existenz, viel Geld zu bezahlen, lässt für die Zukunft des Okavango-Ökosystems Hoffnung aufkeimen.“

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Denn längst ist das Wasser des Okavango zum Objekt der Begierde geworden. Die Anrainerstaaten Angola und Namibia, aber auch Botswana selbst, wollen am Fluss zahlreiche Staudämmen bauen oder ihm per Pipeline große Mengen an Wasser abzapfen. Sie hoffen so schon bald massenweise Strom erzeugen oder genügend Frischwasser für die durstende Bevölkerung im Landesinneren bereitstellen zu können.

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Stand: 30.07.2004

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Okavango-Delta
Wasserkrise im „Garten Eden“?

Wasserwelt in der Wüste
Das größte Binnendelta der Erde

Paradies auf Erden?
Wasser und Sedimente sorgen für biologische Vielfalt

Ökotourismus statt Pauschalreisen
Natur pur im „Land der vielen Flüsse“

Wasser und Strom für Windhuk
Staudämme, Pipelines und mehr...

Popa Falls ade?
Ein 20 Megawatt Wasserkraftwerk im Caprivi-Zipfel

"Saubere" Energie oder ökologische Katastrophe?
Streit um ein Stauwehr

Unterirdische Speicher statt Stauseen
Alternativen zur Wasserpipeline am Okavango

Wie viele Staudämme verträgt der Okavango?
Von hydrologischen Modellen und Flussgebietskommissionen

Von Viren, Elefanten und Buffalo fences
Bedrohtes Paradies Okavango

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