Wissenschaftler erkundeten rohstoffreichen Manganknollengürtel zwischen Hawaii und Mexiko Erfolgreiche Manganknollen-Ernte im Pazifik - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wissenschaftler erkundeten rohstoffreichen Manganknollengürtel zwischen Hawaii und Mexiko

Erfolgreiche Manganknollen-Ernte im Pazifik

Manganknollen auf dem Meeresboden © BGR

Mit 400 Kilo Manganknollen, 1,6 Millionen Jahre alten Haizähnen und aufschlussreichen Daten über die unterseeische Geländestruktur ist ein deutsches Wissenschaftler-Team jetzt von einer 7-wöchigen Forschungsexpedition im Zentralpazifik nach Hannover zurückgekehrt.

Die Meeresgeologen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben auf ihrer Reise im Auftrag der Bundesregierung das deutsche Lizenzgebiet zur Exploration von Manganknollen zwischen Hawaii und Mexiko erforscht.

Manganknollen als Rohstoffquelle der Zukunft

„Manganknollen sind eine Rohstoffquelle der Zukunft für Buntmetalle wie Kupfer oder Nickel“, erklärt BGR-Expeditionsleiter Michael Wiedicke. „Durch die frühzeitige Forschungstätigkeit leistet die BGR einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffsicherung unseres Landes.“

Grundlage dafür ist ein im Jahr 2006 zwischen der Internationalen Meeresbodenbehörde der Vereinten Nationen und der BGR geschlossener Vertrag, der Deutschland das exklusive Recht gibt, auf einem Meeresareal von 75.000 Quadratkilometer Größe in 4.000 bis 5.000 Meter Tiefe 15 Jahre lang den Bestand der rohstoffreichen Manganknollen zu erfassen.

Geförderte Manganknollen © BGR

Tolle Knollen

Auf der Fahrt mit dem gecharterten amerikanischen Forschungsschiff „RV Kilo Moana“ förderten die BGR-Wissenschaftler insgesamt etwa 400 Kilo Manganknollen aus der Tiefsee ans Tageslicht. Mit einem so genannten Kastengreifer entnahmen sie dazu an 36 Stationen jeweils 50 mal 50 Zentimeter große Bodenproben, um so die Belegungsdichte der Manganknollen auf dem Grund des Ozeans zu ermitteln. An Bord wurde dann auch die chemische Zusammensetzung der Knollen bestimmt.

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Dazu Carsten Rühlemann, der die Kastengreifereinsätze überwachte: „Die Proben enthalten neben einem etwa 25-prozentigen Mangananteil auch die wirtschaftlich besonders interessanten Metalle Kupfer, Nickel und Kobalt, die rund drei Prozent des Knollengewichts ausmachen.“

Der Megalodon ist eine vor 1,6 Millionen Jahren ausgestorbene Haiart und erreichte durchschnittlich eine Länge von 12-14 Metern, wobei die größten gefundenen Zähne auf ein Individuum von knapp 18 Meter schließen lassen. © BGR

Haizähne als Kristallisationskeime

Im Probenmaterial entdeckten die Forscher zudem drei fünf bis sieben Zentimeter große Zähne eines Megalodon. Dieser vor 1,6 Millionen Jahren ausgestorbene Riesenhai erreichte eine Größe von bis zu 18 Meter. „Die Zähne dieser Haifische bilden in einigen Knollen den Kristallisationskeim für die Anlagerung der Metalle“, erklärt Wiedicke.

Eine weitere wichtige Aufgabe der BGR-Forscher war die Vermessung der Topographie des Meeresbodens in der Region. Für mehr als die Hälfte des Lizenzgebietes, das in etwa der Fläche von Niedersachsen und Schleswig-Holstein entspricht, konnte mit Hilfe modernster Echolot-Technik ein dreidimensionales Geländemodell erstellt werden. Auf diese Weise wurde die Sedimentverteilung des Areals kartiert.

Kreisrunde, submarine Vulkane aufgespürt

„Die Daten zeigen, dass im überwiegenden Teil des Gebietes ein geringes Relief mit Höhenunterschieden von 100 bis 200 Meter vorherrscht“, so Wiedicke. „Diese ausgedehnten Ebenen sind durchsetzt mit submarinen Vulkanen, die bis zu 2,5 Kilometer Höhe erreichen. Die Vulkane besitzen dabei teilweise eine perfekte kreisrunde Form und sind mit einem Krater ausgestattet.“

Forschung geht weiter

Für Oktober/November 2009 ist schon eine weitere Forschungsfahrt in das deutsche Lizenzgebiet geplant, bei der die Topographie des noch unbearbeiteten Gebiets vermessen werden soll. Mit einem tief geschleppten Seitensichtsonar sowie einem Fotoschlitten sollen darüber hinaus ausgewählte Areale, die eine besonders hohe Belegungsdichte mit Knollen aufweisen, im Detail untersucht werden, so die BGR-Wissenschaftler um Wiedicke.

(Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), 19.12.2008 – DLO)

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