Drei nur auf Mauritius wachsende Kräuter hemmen die Zellteilung von Tumorzellen Heilpflanzen gegen Speiseröhrenkrebs? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Drei nur auf Mauritius wachsende Kräuter hemmen die Zellteilung von Tumorzellen

Heilpflanzen gegen Speiseröhrenkrebs?

Heilpflanzen aus Mauritius
Diese drei nur auf Mauritius wachsenden Pflanzen könnten ein Heilmitzel gegen Speiseröhrenkrebs liefern © FEFU

Heilmittel aus der Natur: Drei nur auf der Insel Mauritius wachsende Pflanzen könnten gegen Speiseröhrenkrebs wirken – eine der aggressivsten Krebsarten überhaupt. Die Extrakte dieser Kräuter stoppen die Zellteilung von Speiseröhrenkrebs und hemmen so das Tumorwachstum, wie Experimente in Zellkulturen ergaben. Sollte sich diese Wirkung auch im lebenden Organismus bestätigen, könnte dies den Weg zu neuen Mitteln gegen diesen aggressiven Krebs ebnen, wie die Forscher erklären.

Die Apotheke der Natur half schon unseren Vorfahren, gesund zu bleiben und Krankheiten zu heilen. Doch auch heute noch entdecken Forscher neue, potente Wirkstoffe in Pflanzen, Pilzen, Bakterien und sogar bestimmten Tonerden. Viele dieser potenziellen Heilmittel aus der Natur könnten sich vor allem beim Kampf gegen aggressive Krebsformen als vielversprechende Verbündete erweisen.

Speiseröhrenkrebs bisher kaum heilbar

Gleich drei vielversprechende Pflanzenmittel haben nun Forscher um Alexander Kagansky von der Föderalen Universität des Fernen Ostens in Wladiwostok entdeckt. Dabei handelt es sich um Kräuter, die nur auf der Insel Mauritius vorkommen. „Rund ein Drittel der Pflanzen hier werden in der traditionellen Heilkunst verwendet“, berichtet Kagansky. „Aber bisher fehlen bei den meisten die wissenschaftlichen Belege für ihr therapeutisches Potenzial.“

Die Forscher haben unter diesen Naturheilmitteln nun gezielt nach Pflanzenwirkstoffen gegen eine der aggressivsten Krebsarten gesucht: dem Speiseröhrenkrebs. Die beiden Formen dieser Krebsart, Plattenepithel- und Adenokarzinom, sind zusammen die sechsthäufigste Todesursache bei Krebspatienten. Weniger als 15 Prozent der Patienten überleben die ersten fünf Jahre nach Diagnose. Einer der Gründe dafür: Bisher fehlt es an spezifischen Chemotherapeutika für diesen Krebs und die Breitbandtherapien wirken kaum.

Für ihre Studie erstellten die Wissenschaftler Extrakte von fünf auf Mauritius endemischen Pflanzenarten und testen ihre Wirkung auf Zellkulturen beider Formen des Speiseröhrenkrebses.

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Energiesparmodus stoppt Zellteilung

Das Ergebnis: Drei der fünf Pflanzenextrakte erwiesen sich als wirksam. Zu diesen gehörten das Wolfsmilchgewächs Acalypha integrifolia, die zur Myrtenfamilie zählende Eugenia tinifolia und das Breiapfelgewächs Labourdonnaisia glauca. Sie hemmten die Vermehrung der Krebszellen, stoppten ihr Wachstum und führten vermehrt zum Tode der Tumorzellen, wie die Forscher berichten.

Nähere Analysen ergaben, dass die Pflanzenextrakte auf den sogenannten AMPK-Signalweg wirken. Dieser Enzymkomplex reguliert den Energiestoffwechsel von Zellen und stoppt die Zellteilung, wenn Energiemangel droht. Eine Aktivierung dieses Signalwegs gilt daher als vielversprechender Ansatzpunkt für tumorhemmende Therapien. Im Experiment blieb dadurch die Zellteilung der Krebszellen quasi „stecken“.

Bedrohte Ressourcen der Natur

So vielversprechend diese ersten Tests jedoch sind: Jetzt müssen erst weitere Untersuchungen zeigen, ob diese Hemmung des Krebswachstums auch im lebenden Organismus funktioniert – und wie verträglich diese Pflanzenmittel sind. Dennoch sind die Forscher durchaus zuversichtlich: „Künftige Studien dieser Blattextrakte könnten zu Prototypen für Wirkstoffe gegen Speiseröhrenkrebs und andere tödliche Krankheiten führen“, sagt Kagansky.

Allerdings: Die Pflanzen, von denen die vielversprechenden Extrakte stammen, sind akut bedroht. Sie kommen nur auf Mauritius vor und dort schwindet durch den menschlichen Landverbrauch ihr Lebensraum. „Jedes weitere 5-Sterne-Hotel, jedes Bankgebäude oder neuer Goldplatz könnte ihre Existenz für immer beenden“, warnt der Forscher. Entsprechend wichtig sei der Schutz solcher artenreicher Schatzkammern der Natur. (Acta Naturae, 2019)

Quelle: Far Eastern Federal University

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