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Chang’e 5: Probenmission erfolgreich beendet

Chinesische Raumkapsel hat Mondgestein zur Erde zurückgebracht

Chang'e 5
Probenkapsel und Orbitersonde kurz nach ihrer Trennung in der Erdumlaufbahn. Die Probenkapsel ist erfolgreich gelandet. © China News Service /CC-by-sa 3.0

China kann einen weiteren Raumfahrt-Erfolg für sich verbuchen: Die von der Raumsonde Chang’e 5 auf dem Mond gesammelten Gesteinsproben sind auf der Erde gelandet. Damit ist es China als drittem Land nach den USA und der Sowjetunion gelungen, Proben vom Erdtrabanten einzusammeln und zur Erde zurückzubringen. Gleichzeitig war die technisch aufwändige Mondmission ein wichtiger Schritt hin zu künftigen bemannten Mondflügen.

Die nach der chinesischen Mondgöttin benannte Sonde „Chang’e-5“ war am 23. November 2020 zum Mond gestartet. Am 1. Dezember landete sie wie geplant im Oceanus Procellarum, einer besonders lange vulkanisch aktiven Vulkanregion des Mondes. Die Sonde sammelte dort mithilfe eines Bohrers und eines Roboterarms rund zwei Kilogramm Gesteinsproben.

Orbitales Umpack-Manöver und Landung geglückt

Um die lunaren Proben wieder zurück zur Erde zu bringen, musste die Raumsonde ein komplexes Manöver im Mondortbit durchführen. Dafür stieg die mit den Proben beladene Aufstiegseinheit auf und dockte an die Orbitersonde der Chang’e-5-Mission an – ein ähnliches Manöver führten die Apollo-Astronauten bei ihrer Rückkehr von der Mondoberfläche aus.

Die Orbitersonde packte dann die Gesteinsproben in eine spezielle Wiedereintrittskapsel um und nahm mit ihr gemeinsam Kurs zurück zur Erde. Am 17. Dezember fand dann die Landung der Probenkapsel statt. Auf Bildern des Staatsfernsehens war zu sehen, wie die geschwärzte Kapsel an einem Fallschirm sanft in der schneebedeckten Steppe der Inneren Mongolei aufsetzte. Kurz darauf wurde neben ihr die chinesische Flagge gehisst.

Proben auch für die internationale Forschung

Nach Angaben der chinesischen Raumfahrtbehörde (CNSA) soll die Kapsel als nächstes nach Peking geflogen und dort geöffnet werden. Die Mondproben werden dann einem Forschungsteam zur Analyse übergeben. China hatte bereits im Vorfeld versprochen, einen Teil der Proben der internationalen Forschung zur Verfügung zu stellen. Die Forscher hoffen, dass diese ihnen helfen werden, etwas über den Ursprung des Mondes, seine Entstehung und die vulkanische Aktivität auf seiner Oberfläche zu erfahren.

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Der für wissenschaftliche Missionen zuständige NASA-Vertreter Thomas Zurbuchen gratulierte China zu der erfolgreichen Mission. „Diese Proben werden helfen, Geheimnisse unseres Erde-Mond-Systems zu lüften und neue Erkenntnisse über die Geschichte unseres Sonnensystems zu gewinnen,“ erklärte er auf Twitter.

Ehrgeizige Pläne

China will auch in der Raumfahrt künftig ganz weit vorne mitspielen. Für das Raumfahrtprogramm investiert die Staatsführung daher Milliardensummen. Zu den nächsten Plänen zählen neben unbemannten Mond- und Marsmissionen eine eigene bemannte Raumstation ab dem Jahr 2022 sowie eine bemannte Mondlandung. „Chang’e-5“ galt auch als Vorbereitung für diese bemannten Mondmissionen.

Quelle: AFP

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