Fund belegt erneut Wasserreichtum von Asteroiden Opal in einem Meteoriten entdeckt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Fund belegt erneut Wasserreichtum von Asteroiden

Opal in einem Meteoriten entdeckt

Elektroenenstreuungsbild eines Meteoritenfragments: Der Opal bildet einen Ring um den hellen Metalleinschluss. © H. Downes

Himmlischer Edelstein: In Meteoriten-Fragmenten aus der Antarktis haben Forscher Opal entdeckt. Dieser irisierende Edelstein enthält bis zu 30 Prozent Wasser und entsteht nur unter wasserreichen Bedingungen. Der Asteroid, von dem diese Fragmente stammen, muss daher an seiner Oberfläche reichlich Wassereis enthalten haben, wie die Forscher berichten. Das bestätigt die Annahme, dass auch solche Himmelskörper Wasser zur frühen Erde gebracht haben.

Der Opal ist physikalisch gesehen ein Sonderling unter den Mineralien: Seine Grundbausteine aus Siliziumdioxid bilden keine Kristallstruktur, sondern liegen in Schichten aus Kieselgelkügelchen mit bis zu 30 Prozent Wassermolekülen dazwischen. Die Brechung des Lichts an diesen Schichten ist für das typische, bunte Irisieren der Opale verantwortlich.

Fragmente im Gletschereis

Während Opale in vielen Regionen der Erde gefunden werden, sind sie auf Asteroiden bisher noch nicht nachgewiesen worden. Nur in einem Meteoriten vom Mars hatten Forscher bisher winzige Körnchen Opal entdeckt. Jetzt jedoch haben Hilary Downes vom Birkbeck College London erstmals Opal auch in einem von einem Asteroiden stammenden Meteoriten aus der Antarktis entdeckt.

Der Meteorit EET 83309 wurde westlich des Ross-Eisschelfs auf einer Moräne am Mawson-Gletscher gefunden. Er besteht aus tausenden von kleinen Fragmenten, die wahrscheinlich von der Oberfläche eines Asteroiden. Das geht aus chemisch-physikalischen Analysen hervor, nach denen die Meteoritenstücke einst kosmischer Strahlung und dem Sonnenwind ausgesetzt waren.

Längliches Opalstück im Meteoriten (oben rechts). Die Falschfarbenbilder zeigen Sauerstoff-, Silizium- und Nickelkonzentrationen. © H. Downes

Beleg für reichlich Wasser auf Asteroiden

In einem dieser Fragmente von EET 83309 haben Downes und ihre Kollegen nun Opal entdeckt. Er bildet teilweise dünne Schichten um metallische Einschlüsse im Meteoritengestein. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Opal sich bildete, bevor der Meteorit von seinem Mutterasteroiden abgesprengt und ins All hinausgeschleudert wurde“, erklärt Downes.

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Weil sich Opale nur in Gegenwart von reichlich Wasser bilden, ist die Präsenz dieses Minerals in einem Meteoriten nach Ansicht der Forscher ein weiterer Beleg dafür, dass Asteroiden wasserreich sein können. „Das ist ein Beweis dafür, dass Meteoriten und Asteroiden große Mengen an Wassereis tragen können“, so Downes. „Sie könnten einst das Wasser zur Erde gebracht und damit dazu beigetragen haben, unseren Planeten zu einem Ort des Lebens zu machen.“

(Royal Astronomical Society (RAS), 27.06.2016 – NPO)

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