Forscher beschreiben zuvor unbekanntes Borat-Sulfat-Salz aus der Türkei Fontarnauit: Neues Mineral entdeckt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Fontarnauit: Neues Mineral entdeckt

Forscher beschreiben zuvor unbekanntes Borat-Sulfat-Salz aus der Türkei

Fontarnauit-Kristalle im Gestein © Universidad de Barcelona

Im Westen der Türkei haben Geologen ein neues Mineral entdeckt. Das zuvor unbekannte Doppelsalz aus Borat und Sulfat mit Natrium und Strontium bildet kleine, bräunliche Kristalle mit einem perlenähnlichen Glanz. Das Mineral wurden nun von der International Mineralogical Association offiziell anerkannt und erhielt den Namen Fontarnauit.

Entdeckt wurde das neue Mineral In den Borat-Formationen im Westen Anatoliens. Hier lag vor rund zehn Millionen Jahren, während des Miozän, ein ausgedehntes Gebiet mit aktiven hydrothermalen Quellen und ausgedehnten, flachen Wasserbecken. Durch Verdunstung lagerten sich hier vor allem Borate ab, borhaltige Salze, die heute als Rohstoffe für Chemikalien abgebaut werden.

Unbekannte Kristalle in Borat-Lagerstätte

In einer dieser Lagerstätten stießen Federico Ortí und sein Team von der Universität von Barcelona 2009 bei einer Bohrung auf ungewöhnliche bräunliche Kristalle. Diese halbtransparenten und perlenartig glänzenden Kristalle entstanden wahrscheinlich einst in Gesteinsporen und kleinen Kanälchen, in denen sich die konzentrierten Laugen der hydrothermalen Gewässer mit einem hohen Kalium- und Strontiumgehalt anreicherten.

Wie chemische Analysen ergaben, entsprechen die Fontarnauit-Kristalle einer bisher unbekannten, achten Variante eines Borat-Sulfat-Minerals. Dabei gehen Bor und Schwefel eine Bindung mit Natrium und Strontium ein, hinzu kommen kleinere Anteile von Kalium und Kalzium, wie die Forscher berichten. Die vorläufige Formel dieser komplexen lautet Na2SrSO4[B4O6(OH)2]•3H2O.

Der Name des neuen Minerals ehrt den Materialforscher Ramon Fontarnau i Griera, der an der Universität von Barcelona die Abteilung für Material-Charakterisierung leitete und wichtige Beiträge für die Mineralogie leistete.

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(Universidad de Barcelona, 04.02.2015 – NPO)

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