Unentbehrlich, aber nicht ohne Risiko - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wie viele Vitamine braucht der Mensch?

Unentbehrlich, aber nicht ohne Risiko

Ohne Vitamine geht es nicht – so viel ist klar. Insgesamt 13 dieser essenziellen Substanzen kann unser Körper nicht in ausreichender Menge selbst produzieren und muss sie daher mit der Nahrung aufnehmen. Uns und einigen anderen Säugetieren sind im Laufe der Evolution die dafür benötigten Enzyme verloren gegangen. Vermeintlich primitive Lebewesen wie Bakterien und Hefen haben dieses Problem dagegen nicht: Sie produzieren die meisten Vitamine selbst. Sogar Kühe und Schafe haben uns immerhin voraus, dass sie Vitamin C herstellen können.

Selbst Junk-Food-liebende Jugendliche leiden hierzulande nicht unter Vitaminmangel © SXC

Kein Mangelland

Wenn uns jedoch Vitamine fehlen, sind Mangelerscheinungen die Folge: Skorbut bei zu wenig Vitamin C, Nervenschäden bei B-Mangel, Knochenschwund durch fehlendes Vitamin D, um nur einige zu nennen. Doch was früher ein ernsthaftes Problem war, ist heute – zumindest bei uns – schon lange kein Thema mehr. „Deutschland ist kein Vitaminmangelland“, betont die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und kritisiert Meldungen über eine Vitaminunterversorgung. „Solche Pauschalwarnungen spiegeln keinesfalls die Vitaminversorgung der Bevölkerung wieder.“

Selbst pubertierende Jugendliche, die meist nicht gerade durch ausgewogene Ernährung glänzen, leiden keineswegs unter Vitaminmangel. Ganz im Gegenteil: Eine Studie des Robert-Koch-Instituts im Jahr 2006 stellte fest, dass bei den meisten 6- bis 17-Jährigen die Vitaminwerte sogar eher über den empfohlenen Grenzwerten lagen. Einzig bei Schwangeren und Senioren könnte es, so die die einhellige Meinung der Experten, vereinzelt zu Folsäure- beziehungsweise Vitamin-B12-Mangel kommen, bei allen anderen jedoch besteht absolut kein Anlass zur Sorge.

Wie viel hilft viel?

Trotzdem boomt das Geschäft mit den bunten Röhrchen und Pillen nach wie vor. Und die Versprechungen der Hersteller sind klangvoller denn je: Je nach Kombination sollen die Gesundmacher die Leistungsfähigkeit erhöhen, das Altern aufhalten, das Immunsystem gegen Erkältungen stärken oder sogar gegen Krebs und Demenz schützen.

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Tatsächlich gibt es zahlreiche Studien, die diese und ähnliche Wirkungen zu bestätigen scheinen. Seit einigen Jahren allerdings häufen sich auch die Belege für genau das Gegenteil: Immer mehr Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass Vitamine unter bestimmten Umständen Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Herzinfarkt nicht verhindern, sondern sogar fördern können. Das alte Motto „Viel hilft viel“ kann daher durchaus fatale Folgen haben.

Ins Gerede gekommen ist dabei auch und gerade die „Dreifaltigkeit“ der Radikalfänger, die Vitaminkombination A C E.

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Stand: 22.02.2008

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Vitamine im Zwielicht
Nutzen und Schaden von Radikalfängern, Rauchervitaminen und Co.

Die Vitamine im Überblick
Wirkung, empfohlene Dosierungen und Vorkommen

Unentbehrlich, aber nicht ohne Risiko
Wie viele Vitamine braucht der Mensch?

A C E - Diskussion um die gesunde „Dreifaltigkeit“
Antioxidantien als Schadstoffe?

Lungenkrebs durch „Raucher-Vitamin“
Verwirrspiel um das Beta-Carotin

Vitamin C und das Schnupfen-Märchen
Was nutzt das Erkältungs-Vitamin?

Hoffnungsträger Vitamin D
Hilfe gegen Knochenschwund und Krebs?

Sonnenvitamin mit Schattenseiten
Immunstörungen und Demenz statt Knochenschwund?

Unverzichtbar aber nicht unbedenklich
Fazit: Lieber „five a day“ als bunte Pillen

Die Vitamine im Überblick
Wirkung, Quellen und empfohlene Dosierungen

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