Kunstwerke aus Proteinen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Spinnennetze

Kunstwerke aus Proteinen

Viele Spinnen sind Lauerjäger. Ungefähr die Hälfte von ihnen fängt ihre Beute mit Hilfe von Fangnetzen. Die Fähigkeit zur Herstellung von Spinnfäden besitzen jedoch alle echten Spinnen. Viele Arten, die ohne Fanggewebe auf Jagd gehen, benutzen ihr Netz für andere Zwecke, beispielsweise als Wohnnetz.

Zur Herstellung der Spinnfäden haben alle Spinnen Spinnwarzen am Hinterleib ausgebildet. In diesen Warzen münden die Spinndrüsen, die ein Sekret absondern, das an der Luft sofort erhärtet. Der Spinnvorgang ist äußerst kompliziert und je nach Spinne unterschiedlich, dabei spielen bei den Kräuselfadenweberinnen auch noch andere Strukturen eine wichtige Rolle. Zusätzlich gibt es für verschiedene Funktionen verschiedene Sorten von Spinnseide. So hat die Seide des Wohngespinstes andere Eigenschaften als die des Fangnetzes.

© IMSI Masterclips

Kreuzspinnen haben sechs verschiedene Drüsenformen, von denen jede einen anderen Faden produziert. Ein einziger Spinnfaden aus dem Netz einer Kreuzspinne kann aus bis zu 200 Einzelfäden zusammengesetzt sein. Die Spinnseide besteht aus verschiedenen Proteinen und zeichnet sich durch eine erstaunliche Elastizität aus. Der Faden eines Spinnennetzes lässt sich um 22 Prozent verlängern, ohne zu reißen. Seidenraupen produzieren Fäden, die sich höchstens um 13 Prozent ihrer ursprünglichen Länge ausdehnen lassen. Nicht umsonst wurde schon oft versucht, Spinnseide wirtschaftlich zu nutzen.

So unterschiedlich die einzelnen Spinnenarten sind, so verschieden sind auch die Netztypen, die zum Beutefang benutzt werden. Die einfachsten Netze bestehen aus einer Wohnröhre, in der die Spinne sitzt. An den Öffnungen der Röhre werden lange Fäden kreuz und quer in alle Richtungen gespannt. Sobald ein Opfer gegen einen dieser Signalfäden stößt, stürzt die Spinne heraus und packt es.

Zu den wohl bekanntesten und schönsten Netzen gehören die geometrischen Gespinste der Radnetzspinnen wie unserer einheimischen Kreuzspinne. Das Schema des Netzbaus ist arttypisch und wird vererbt. Jede Spinne baut instinktiv die Sorte von Netz, die für ihre Spezies „vorgeschrieben“ ist. Die Kreuzspinnen beginnen den Netzbau immer mit dem tragenden Brückenfaden, der zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt wird. Anschließend kommt der Rahmen hinzu. Als nächstes werden die Radien oder Speichen eingezogen, im Zentrum werden diese Fäden durch ein Maschenwerk, die Nabe verbunden. Diese Nabe geht nach außen in eine Spirale über, die als Befestigungszone dient. Zum Schluss werden die Fangfäden spiralartig in das Netz gewebt. Sie sind die einzigen Fäden im Netz, die perlschnurartig von Leimtröpfchen überzogen sind und werden von der Spinne im fertigen Netz niemals betreten. Das fertige Netz wird von der Spinne täglich ausgebessert, vor allem die Schäden, die beim Beutefang entstehen, werden sofort beseitigt.

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Stand: 11.11.2005

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Leben auf acht Beinen
Spinnen und ihre Verwandten

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Von winzig klein bis tellergroß
Die Vielfalt der Spinnen

Kunstwerke aus Proteinen
Spinnennetze

Wenn Spinnen stoned sind
Toxizitätsuntersuchungen von Drogen an Radnetzspinnen

Acht Beine, Kieferklauen und Giftdrüsen
Die Merkmale der Chelicerata

Hören mit den Haaren
Die Sinnesorgane der Spinnentiere

Die Giftmischer
Sind Spinnen und Skorpione gefährlich?

Mit Scheren und Stachel
Die Skorpione

Lichtscheue Gesellen
Walzenspinnen - weit verbreitet und gefürchtet

Spinnen und Skorpione mit Geißeln
Uropygi und Amblypygi

Schmarotzer und Krankheitserreger
Milben und Zecken

Meeresspinnen ohne Körper
Die Pantopoden

Ein lebendes Fossil
Die Schwertschwänze

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