Die Giftmischer - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Die Giftmischer

Sind Spinnen und Skorpione gefährlich?

Vor allem einige Spinnen und Skorpione haben sich durch Vergiftungen und Todesfälle einen unrühmlichen Namen gemacht. Es ist aber längst nicht so, dass alle Arten todbringende „Schädlinge“ sind.

Atrax robustus, die Sydney Funnel-web Spider © Ralf Rebmann

Prinzipiell sind alle Spinnen bis auf eine Familie giftig, das heißt sie besitzen Giftdrüsen und töten ihre Beute durch einen Biss mit den Giftklauen. Ob eine Spinne den Menschen beißen kann, hängt alleine davon ab, ob ihre Kieferklauen die menschliche Haut durchdringen können oder nicht. Dabei sind die großen Spinnen klar im Vorteil, von unseren einheimischen Spinnen kann fast keine dem Menschen Schaden zufügen.

Das Gift dient den Spinnen einerseits zum Lähmen und Töten der Beute, andererseits wird die Beute dadurch gleichzeitig schon vorverdaut. Dazu hat das Gift zwei wesentliche Bestandteile: Neurotoxische Stoffe sind für die Ausfallerscheinungen wie Lähmungen, Muskelzittern und Schwindelgefühl verantwortlich, die hämolytischen Bestandteile zersetzen das Blutgewebe und verursachen die schweren Lokaldefekte rund um die Bissstelle, wie zum Beispiel Nekrosen und Schwellungen.

Latrodectus mactans, die schwarze Witwe © Ralf Rebmann

Zu den wirklich gefährlichen Spinnen gehören die Vetreter der Gattung Latrodectus. Die bekannteste von ihnen ist die Schwarze Witwe, Latrodectus mactans. Sie kommt am häufigsten auf dem amerikanischen Kontinent vor. Andere Arten sind unter anderem in Australien häufig, wo sie aufgrund ihrer Zeichnung Redback genannt werden und durch ihr starkes Gift für zahlreiche Unfälle verantwortlich sind. Sie halten sich gerne in der Nähe von Menschen auf und sitzen zum Beispiel gerne unter Toilettenbrillen. Besonders Kinder sind durch sie gefährdet, da das Gift bei ihnen aufgrund des geringeren Gewichts stärker wirkt. Obwohl früher immer wieder Todesfälle dokumentiert wurden, sind in jüngerer Zeit keine Menschen mehr durch diese Spinnen umgekommen.

Eine andere Spinne, deren Biss tödliche Folgen haben kann, ist die Sydney Funnel-web Spider, die zu einer Familie der Vogelspinnen gehört und ähnliche Netze wie die Trichterspinnen webt. Atrax robustus, so der wissenschaftliche Name, ist äußerst aggressiv und greift bei der kleinsten Störung an. Zudem besitzt sie ein wirksames Gift und mächtige Cheliceren. Statistiken zu Folge sind durch diese Spinne mehr Menschen umgekommen als durch Schwarze Witwen, seit 1927 hat diese Spinne 13 Menschen getötet. Atrax kommt jedoch nur eng begrenzt um Sydney vor.

Anzeige

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. 10
  22. |
  23. 11
  24. |
  25. 12
  26. |
  27. 13
  28. |
  29. weiter


Stand: 11.11.2005

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Leben auf acht Beinen
Spinnen und ihre Verwandten

Von winzig klein bis tellergroß
Die Vielfalt der Spinnen

Kunstwerke aus Proteinen
Spinnennetze

Wenn Spinnen stoned sind
Toxizitätsuntersuchungen von Drogen an Radnetzspinnen

Acht Beine, Kieferklauen und Giftdrüsen
Die Merkmale der Chelicerata

Hören mit den Haaren
Die Sinnesorgane der Spinnentiere

Die Giftmischer
Sind Spinnen und Skorpione gefährlich?

Mit Scheren und Stachel
Die Skorpione

Lichtscheue Gesellen
Walzenspinnen - weit verbreitet und gefürchtet

Spinnen und Skorpione mit Geißeln
Uropygi und Amblypygi

Schmarotzer und Krankheitserreger
Milben und Zecken

Meeresspinnen ohne Körper
Die Pantopoden

Ein lebendes Fossil
Die Schwertschwänze

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Anzeige
Anzeige