Anzeige

Baryonische Materie im Visier

Probeteilchen im Gravitationspotential der dunklen Materie

Das weitere Schicksal der Materie wird in der Computersimulation als fortschreitende Klumpung der Materie berechnet. Verdichtungen (gelb) stellen Gebiete hoher Materiekonzentration dar, z.B. einen großen Galaxienhaufen im Zentrum. Diese Galaxienhaufen werden durch ein Netzwerk von Dichte-Filamenten verbunden, zwischen denen Leerräume (schwarz) entstehen. Der Balken entspricht einer Entfernung von ca. 100 Millionen Lichtjahren. © Springel / MPA

Die Experimente zur Messung der Hintergrundstrahlung wie auch die numerischen Simulationen haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Von der für Anfang 2009 startbereiten europäischen Planck-Raumsonde erwarten Wissenschaftler wie Professor Ralf-Jürgen Dettmar vom Lehrstuhl für Astronomie der Ruhr-Universität Bochum einen weiteren Fortschritt in der hochpräzisen Vermessung der Hintergrundstrahlung. Auch die kosmologischen Modellrechnungen haben sich in den letzten Jahren wesentlich verbessert.

Doch wie gut stimmen die Vorhersagen mit den tatsächlich beobachtbaren Eigenschaften der Materieverteilung im Universum überein? Um diese Frage zu beantworten, muss man möglichst viel über die Verteilung der uns bekannten normalen, so genannten baryonischen Materie wissen, aus der alle Atome und damit Objekte wie Planeten und Sterne bestehen. Denn nur diese Materie ist beobachtbar und bewegt sich fast wie Probeteilchen im Gravitationspotential der dunklen Materie.

Selbst Legosteine könnten in Zukunft aus Biokunststoff sein. © LEGO Gruppe

„Dunkle Baryonen“ als Quelle der zusätzlichen Gravitation?

Ursprünglich hat man natürlich auch an dunkle baryonische Materie als unbekannte Quelle der zusätzlichen Gravitationskraft gedacht, die aus ausgebrannten Sternen wie Neutronensternen, schwarzen Löchern oder auch vielen unentdeckten Planeten oder ganz schwach leuchtenden Sternen, so genannten braunen Zwergen, bestehen könnte.

Doch dieser Hypothese von „dunklen Baryonen“ stehen andere Beobachtungen entgegen und sie konnte letztlich die zusätzlich benötigte Massenanziehung und insbesondere ihre Verteilung nicht erklären. So hätten ausgebrannte alte Sterne viel mehr schwerere chemische Elemente während ihres Kernbrennens erzeugen müssen, als man im Universum beobachtet, und auch die benötigte große Anzahl an braunen Zwergen hätte sich inzwischen durch ihre gravitative Wirkung nachweisen lassen müssen.

Neue Phänomene aufgespürt

Die Suche nach leuchtschwachen Objekten, die zur Gesamtmasse beitragen, hat aber durchaus zu Entdeckungen neuer Phänomene geführt. So sind unter anderem Galaxien gefunden worden, deren zentrale Flächenhelligkeit viel schwächer als der Nachthimmel hell ist. Diese Objekte werden Low Surface Brightness – Galaxien mit niedriger Flächenhelligkeit – oder LSB-Galaxien genannt.

Anzeige

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. weiter


Stand: 16.10.2008

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Die dunkle Seite des Universums
Dunkle Materie schließt Lücke zwischen Modell und Beobachtung

kein Dossierinhalt gefunden

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Big Eyes - Riesenteleskope und die letzten Rätsel im Kosmos

Albert Einstein - Wie die Zeit relativ wurde und die vierte Dimension entstand