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Donnerstag, 09.02.2012
Phoenix-Lander verstummt
Sonnenmangel lässt Energiereserven schwinden
Nach fünf Monaten erfolgreicher Mission auf dem Roten Planeten hat die NASA-Sonde Phoenix Lander jetzt ihre Arbeit eingestellt. Die Sonneneinstrahlung am Landeplatz ist inzwischen saisonbedingt zu schwach, um der Sonde ausreichend Energie für ihre Lebensfunktionen zu liefern.

Phoenix bei der Arbeit
Phoenix bei der Arbeit
© NASA / JPL-Calech / University of Arizona Phoenix bei der Arbeit
Am 4. August 2007 von der Erde gestartet, landete die Raumsonde Phoenix Lander am 25. Mai 2008 zum ersten Mal im Polargebiet des Mars - weiter nördlich als jedes Raumschiff vor ihr. Die Kameras der Sonde lieferten mehr als 25.00 Aufnahmen vom Mars – von der Panoramasicht bis hin zu den ersten auf einem fremden Planeten erstellten Bildern eines Rasterkraftmikroskops.

Wassereis, Schnee und lebensfreundliche Bedingungen
Mithilfe ihres Roboterarms hatte sie Bodenproben ausgegraben, diese in Bordlaboren erhitzt, abgetastet und auf ihre chemische Zusammensetzung hin analysiert. Der Lander lieferte so schon in der Anfangszeit seiner Mission den ersten direkten Beweis, dass unter der Oberfläche des Planeten Wassereis existiert und fand zum ersten Mal überhaupt auf dem Mars leicht alkalische und damit potenziell auch für mikrobielles Leben geeignete Bedingungen.

Zudem wies er Perchloratsalz und Kalziumkarbonat im Untergrund nach, letzteres ein Indikator für den Einfluss flüssigen Wassers. Nach Ansicht der Forscher haben bereits diese ersten Ergebnisse der Phoenix-Mission die Rekonstruktion der Klimageschichte und besonders der Geschichte des Wassers auf dem Roten Planeten sehr vorangebracht. Der Lander entdeckte mindestens zwei unterschiedliche Typen von Eisablagerungen, beobachtete, wie es aus den dünnen Marswolken schneite und sammelte Daten zum marsianischen Wetter.

Herbst-Sonne liefert zu wenig Energie
Ursprünglich nur für drei Monate ausgelegt, hielt die Sonde über ihre Missionszeit hinaus durch und liefert weiter Daten vom Roten Planeten. Da jedoch am Landeplatz der Sonde in der marsianischen Arktis der Herbst nahte, sank die Sonne immer weiter und entsprechend nahm die über die Solarsegel aufgenommene Energie immer weiter ab. Um dies auszugleichen, hatten die Ingenieure bereits Teile der Instrumente abgeschaltet um Energie zu sparen.

Dodo-Goldilocks
Dodo-Goldilocks
© NASA / JPL-Calech / University of Arizona / Texas A&M University Dodo-Goldilocks
Doch jetzt reicht die Batterieleistung offenbar nicht mehr aus, um Kontakt zu halten. Am 2. November fing die Bodenstation das letze Signal der Sonde auf, seither herrscht Schweigen. Zwar werden die Ingenieure der NASA auch in den nächsten Wochen noch ins All hinaus lauschen, doch die Hoffnung auf ein weiteres Lebenszeichen ist eher gering. Denn neben der sinkenden Sonne haben sich auch die Wetterbedingungen auf dem Mars verschlechtert: Von Stürmen aufgewirbelter Staub verdunkelt die Atmosphäre zusätzlich und lässt noch weniger Licht hindurch.

Ein „Schatz“ an Daten
Für die Wissenschaftler des Projekts jedoch beginnt die eigentliche Arbeit erst jetzt. Sie haben noch einen Haufen von Daten vor sich, die analysiert und interpretiert werden müssen. „Phoenix hat uns einige Überraschungen geliefert und ich bin davon überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren noch weitere Edelsteine in diesem Datenschatz entdecken werden“, erklärt Peter Smith, Forschungsleiter der Mission von der Universität von Arizona in Tucson.
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