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Mittwoch, 24.08.2016
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Zu viel Chemie im Billig-Mineralwasser

Wasser aus Kunststoff-Einwegflaschen enthält teilweise besorgniserregende Mengen an Acetaldehyd

Mineralwässer in Plastikeinwegflaschen enthalten teilweise besorgniserregende Mengen der Chemikalie Acetaldehyd. Das belegt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest. Besonders in den billigen Mineralwässern der Discounter wurden die Lebensmittelchemiker fündig: Die Flaschen werden aus minderwertigem Kunststoff hergestellt, dadurch entweichen aus dem PET-Material beträchtliche Mengen Acetaldehyd und verunreinigen das Wasser mit einem chemischen Geschmack.

Billigmarken besonders stark belastet


Die Stiftung Warentest hat 30 Mineralwässer in PET-Einweg und Mehrweg-Flaschen getestet und wurde schnell fündig. In zehn PET-Einwegflaschen von Lidl, Aldi und Co. fanden die Analytiker große Mengen an Acetaldehyd. Acetaldehyd verdirbt bei geschmackssensiblen Produkten wie Mineralwasser schon in sehr kleinen Mengen (20 Mikrogramm pro Liter) den Geschmack, weshalb eine Geschmacks- oder Geruchsveränderung von Getränken in PET-Flaschen verboten ist.

Mineralwasser

Mineralwasser

Im Test schneiden die Eigenmarken der Discounter fast alle schlecht ab. Besonders miserabel sieht es bei den Mineralwässern Saskia Classic Medium von Lidl (28,8 Mikrogramm pro Liter) und Brandenburger Mineralwasser Medium von Aldi (30,5 Mikrogramm pro Liter) aus. Die Marken-Mineralwässer in Mehrwegflaschen schneiden dagegen deutlich besser ab: Bei Rosbacher Medium und Rhönsprudel Medium stellten die Tester nur 0,6 Mikrogramm Acetaldehyd pro Liter fest.

Acetaldehyd-Blocker gegen Wasserverseuchung


„PET-Einwegflaschen sind eine Pest. Mit ihrer Herstellung werden wertvolle Rohstoffe zum einmaligen Gebrauch verschwendet, die Produktion und Entsorgung belasten erheblich die Umwelt, die CO2-Bilanz ist gegenüber Mehrweg verheerend und nun stellt sich auch noch heraus, dass der Verbraucher ein mit unerwünschten Chemikalien angereichertes Produkt in den PET-Flaschen angedreht bekommt", sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH), zu den Ergebnissen der Untersuchung.


Die Hersteller sind nach geltenden Richtlinien dazu verpflichtet, den Übergang der Chemikalie Acetaldehyd aus der Verpackung in ein Getränk zu verhindern. Das jedoch ist teuer - und für die Discounter und Lebensmittel-Billig-Händler offensichtlich zu teuer. Sie verkaufen 1,5-Liter Wasser in der PET-Einwegflasche für 19 Cent. So genannte Acetaldehyd-Blocker, die bei der PET-Herstellung beigemischt werden, könnten verhindern, dass die flüchtige Verbindung Acetaldehyd aus dem Kunststoff entweicht. Wasser in PET-Mehrwegflaschen, die bis zu 20 Mal wiederbefüllt werden, werden grundsätzlich mit Kunststoff-Blockern vor dem chemischen Geschmack geschützt.

Glas statt Plastik


Noch besser schützt nach Ansicht der DUH die Glas-Mehrwegflasche das Getränk vor Verunreinigungen. „Die Geiz-Mentalität bei den Discountern kennt keine Grenzen. Um Kampfpreise durchzusetzen, verwenden sie minderwertigen Kunststoff und der Verbraucher erhält ein unangenehm chemisch schmeckendes Plastikwasser. Wir fordern den Handel auf, den Verkauf dieser belasteten Wässer sofort einzustellen und den Verbrauchern zukünftig sauberes Wasser aus Mehrwegflaschen zu verkaufen", sagte Resch.

Die DUH empfiehlt den Verbrauchern, aus Umwelt- aber auch aus vorsorgenden Gesundheitsgründen Mineralwasser in Mehrwegflaschen zu kaufen. Dabei sei Glas-Mehrweg noch besser als PET-Mehrweg: Glas ist als Verpackungsmaterial absolut geschmacksneutral und gehe keinerlei Wechselwirkung mit dem Füllgut ein.
(Deutsche Umwelthilfe e. V., 30.07.2008 - NPO)
 
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