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Freitag, 10.02.2012
Gehirn: Training lässt graue Substanz wachsen
Lesen von Spiegelschrift erhöht Dichte der Substantia grisea
Münchener Forscher haben herausgefunden, dass das Training bestimmter Fertigkeiten zu einer Zunahme der grauen Substanz in spezifischen Gehirnregionen führt. So steigert beispielsweise das Lesen von Spiegelschrift die Dichte der Substantia grisea im so genannten Okzipitallappen des Gehirns, berichten die Wissenschaftler im aktuellen „Journal of Neuroscience“.

Gehirn
Gehirn
© IMSI MasterClips
Bereits frühere Untersuchungen hatten Veränderungen der grauen Substanz des Gehirns durch Training beobachtet, allerdings waren Physiologie und funktionelle Bedeutung dieser Veränderungen unklar geblieben.

20 Studenten trainiert
Das interdisziplinäre Forscherteam um den Neurologen Dr. Rüdiger Ilg vom Klinikum rechts der Isar der TU München beobachtete für seine Studie rund 20 Studenten, die zwei Wochen lang trainierten, spiegelverkehrt zu lesen.

Das Training führte zu einer Verlagerung der Aktivität vom seitlichen Scheitellappen des Gehirns, wo das räumliche Vorstellungsvermögen sitzt, hin zum Okzipitallappen, wo komplexe visuelle Verarbeitung stattfindet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Gehirnregion am direkten Erkennen von Worten beteiligt ist, während in den vorher aktiven seitlichen Gehirnregionen zunächst ein räumliches Drehen der Worte stattfindet.

Veränderungen im Gehirn durch Training
Veränderungen im Gehirn durch Training
© Rüdiger Ilg Veränderungen im Gehirn durch Training
Perfekte Anpassung an die die Aufgaben
Im Okzipiztallappen konnte neben der Steigerung der Aktivität auch eine signifikante Zunahme der Dichte an grauer Substanz gemessen werden. Ilg: „Das zeigt, dass unser Gehirn eine dynamische Struktur besitzt, die sich ständig an seine Aufgaben anpasst, umbildet und neu formiert.“
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