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Mittwoch, 18.10.2017
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Hoher Blutdruck verdoppelt Nierenkrebsrisiko

Medikamentöse Blutdrucksenkung vermindert Gefahr

Ein nicht oder schlecht kontrollierter Bluthochdruck ist mit einem zwei- bis dreifach erhöhten Nierenkrebsrisiko verbunden: Diese belegen die Daten einer großen europäischen Bevölkerungsstudie. Zudem weisen die Ergebnisse darauf hin, dass eine Blutdrucksenkung, zum Beispiel durch eine erfolgreiche medikamentöse Therapie, dazu beitragen kann, das Nierenkrebsrisiko zu vermindern.
Krebszellen

Krebszellen

Innerhalb der letzten 30 Jahre hat weltweit die Zahl der Nierenkrebserkrankungen zugenommen, wobei verschiedene Studien auf einen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und erhöhtem Nierenkrebsrisiko hinweisen. Strittig ist bislang, ob die Nierenkrebserkrankungen eher auf den Bluthochdruck an sich oder aber auf die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten zurückzuführen sind. Die vorliegende Studie liefert nun neue Daten, die zur Klärung dieser Streitfrage beitragen.

In der neuen Untersuchung innerhalb der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) Studie hatten Patienten mit einem systolischen Blutdruck von über 160 Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) im Vergleich zu Teilnehmern mit normalen oder niedrigen Blutdruckwerten ein 2,48fach erhöhtes Nierenkrebsrisiko. Bei Patienten mit einem diastolischen Blutdruck von über 100 mmHg erhöhte sich das Risiko um das 2,34fache im Vergleich zu Personen mit Werten von unter 80 mmHg.

Das höchste Risiko, so die Wissenschaftler um Steffen Weikert und Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), wiesen jedoch Teilnehmer auf, die trotz angegebener Medikamententherapie unter einem hohen Blutdruck litten. Patienten dieser Gruppe, deren diastolischer Wert über 100 mmHg lag, hatten sogar ein über 300 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zu Personen, die nicht medikamentös behandelt wurden und deren Blutdruckwert unter 90 mmHg lag. Bluthochdruckpatienten, deren Blutdruck dagegen gut kontrolliert war und medikamentös gesenkt werden konnte, wiesen im Vergleich zu unbehandelten Personen kein signifikant erhöhtes Erkrankungsrisiko auf.


Daten von fast 300.000 Menschen ausgewertet


„Unsere Ergebnisse unterstützen daher die Hypothese, dass das
Nierenkrebsrisiko hauptsächlich auf die Blutdruckerhöhung an sich
zurückzuführen ist und eine gute medikamentöse Kontrolle des Bluthochdrucks wahrscheinlich helfen kann, das Krebsrisiko zu senken", erklärt Weikert, Erstautor der in der Fachzeitschrift American Journal of Epidemiology erschienenen Studie.

Für die vorliegende Untersuchung werteten die Forscher Daten von 296.638 Menschen aus acht verschiedenen europäischen Ländern aus. Während der Nachbeobachtungszeit von 6,2 Jahren erkrankten 250 Studienteilnehmer an Nierenkrebs.
(idw - Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, 10.03.2008 - DLO)
 
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