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Samstag, 23.09.2017
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Sechs neue Tierarten im Kongo

Isolierter Wald entpuppt sich als Artenparadies

Gleich sechs neue Tierarten haben Wissenschaftler bei einem kurzen Besuch in einem Wald in der Republik Kongo entdeckt. Der westlich vom Tanganjikasee liegende Urwald konnte wegen der politischen Unruhen seit 1960 nicht mehr von Forschern betreten werden. Die Biologen rechnen künftig mit noch weitaus mehr Entdeckungen.
Rhinolophus genus

Rhinolophus genus

Trotz der in den letzen Jahren und Jahrzehnten immer wieder ausbrechenden Kämpfe in der Region fand ein Forscherteam der Wildlife Conservation Society (WCS) einige tausend Quadratkilometer des Waldes, der sich vom Ufer des Tanganjikasees bis in rund 2.725 Meter Höhe zieht, noch weitestgehend intakt. Er birgt nicht nur bisher unbekannte Tierarten, sondern auch insgesamt eine sehr artenreiche Flora und Fauna. Vögel, Reptilien und Amphibien erreichen hier besonders hohe Populationsdichten und auch zahlreiche große Säugetieren wie Elefanten, Leoparden, mehren Affenarten, darunter Schimpansen und eine nur hier vorkommende Colobusart, sind hier zu finden.

Zwischen Januar und März 2007 führten Forscher des WCS, des Field Museums in Chicago, des WWF und des kongolesischen Nationalen Forschungszentrums in Lwiro eine erste Bestandsaufnahme in dem Waldgebiet durch. Schon in dieser relativ kurzen Zeit entdeckten die Wissenschaftler gleich sechs bisher unbekannte Tierarten: Eine Fledermausart, einen Nager, zwei Spitzmausarten und zwei Frösche. „Wenn wir sechs Arten in so kurzer Zeit finden, wundert man sich, was sich noch dort draußen befindet“, erklärt Andrew Plumptre von der WCS, die die Expedition ausgerichtet hatte.

Hyperolius genus

Hyperolius genus

Neben den neuen Tierarten könnte die Expedition auch eine ganze Reihe neuer Pflanzenarten zutage fördern. Denn immerhin rund zehn Prozent aller Pflanzenproben konnten die Botaniker nicht identifizieren. Sie sollen nun zur näheren Bestimmung an Spezialisten geschickt werden. „Angesichts der Tatsache, dass wir neue Wirbeltiere entdeckt haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass einige der Pflanzen ebenfalls neuen Arten darstellen“, so Ben Kirunda, einer der Expeditionsbotaniker.


“Der Wald war für mindestens 1.000 Jahre von einem Großteil des Kongolesischen Urwalds isoliert“, erklärt WCS-Forscher Deo Kujirakwinja. „Als Ergebnis enthält er einige sehr interessante Arten. Es ist dringend nötig diesen Wald zu schützen und mehr Forschung in dieser Region durchzuführen.“ Immerhin scheinen die Bewohner der Umgebung einem Schutzgebiet nicht abgeneigt.
(Wildlife Conservation Society, 09.08.2007 - NPO)
 
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