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Sonntag, 22.01.2017
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Schimpansen: Reifere Weibchen bevorzugt

Deutliche Unterschiede in der Partnerwahl zwischen Affe und Mensch

Weit entfernt von einem Jugendwahn bevorzugen hochrangige Schimpansenmännchen reifere Weibchen als Sexualpartnerinnen. Das haben Forscher jetzt bei Verhaltensbeobachtungen im Kibale Nationalpark in Uganda festgestellt. Ganz offensichtlich unterscheiden sich hier menschliche und äffische Präferenzen deutlich.
Das ranghöchste Männchen Imoso "striegelt" das Weibchen Outamba

Das ranghöchste Männchen Imoso "striegelt" das Weibchen Outamba

In ihrer jetzt in der Fachzeitschrift “Current Biology” erschienen Studie untersuchten Martin Muller von der Boston Universität und Kollegen der Harvard Universität das Paarungsverhalten unserer Primaten-„Cousins“. Sie beobachteten, dass ältere Weibchen häufiger von Männchen zur Paarung aufgefordert wurden als jüngere. Zudem hielten sie sich während ihrer fruchtbaren Zeit öfter in Männchennähe auf, kopulierten häufiger mit den hochrangigsten Männchen und lösten stärkere Aggressionsausbrüche bei Rangordnungskämpfen unter den Männchen aus.

Nach Ansicht der Forscher könnte die Erklärung in der Tatsache liegen, dass für Schimpansen ein relativ promiskuitives Verhalten typisch ist. Dabei spielt das Alter der Partner eine geringere Rolle als bei Langzeitbindungen, bei denen ein jüngeres Weibchen dem Männchen eine längere Fruchtbarkeit und damit potenziell mehr Nachwuchs garantiert. Bei nur kurzzeitigen Bindungen kann sich dagegen die größere Erfahrung der älteren Weibchen günstig auf die Überlebenschancen des Nachwuchses auswirken.

Menschen dagegen, so die gängige theoretische Erklärung, gehen eher Langzeitbeziehungen ein, hier begrenzt die Menopause und damit das Alter die Fortpflanzungsperiode. Unbewusst – auch wenn bewusst gar kein Kinderwunsch vorhanden ist - sorgen daher die im Laufe der Evolution entwickelten Präferenzen dafür, dass jüngere Frauen stark bevorzugt werden. Nach Ansicht der Wissenschaftler deuten diese Unterschiede zwischen Affe und Mensch darauf hin, dass sich diese Präferenz wahrscheinlich erst entwickelt hat, nachdem die Stammbaumlinien von Schimpanse und Mensch sich trennten.
(Cell Press, 21.11.2006 - NPO)
 
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