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Mittwoch, 26.07.2017
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Maiswurzelbohrer in Sicht

Risikoanalyse gibt neue Empfehlungen zur Eindämmung der Ausbreitung

Noch ist er nicht angekommen in Deutschland, aber sein schlechter Ruf eilt ihm voraus. Der Westliche Maiswurzelbohrer breitet sich vom Einschleppungsherd im ehemaligen Jugoslawien seit Anfang der 1990er Jahre aus. Nun gibt die Europäische Union Empfehlungen, wie die bisher weitgehend ungehinderte natürliche Verbreitung eingedämmt werden könnte.
Mais

Mais

„Die Abwehr des Maiswurzelbohrers steht jetzt auf zwei Beinen“, so Jens-Georg Unger, Leiter der Abteilung für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit der Biologischen Bundesanstalt (BBA). „Käfer, die vor allem mit Flugzeugen eingeschleppt wurden, sind seit Bestehen der Richtlinie im Jahr 2003 in der Nähe von Flughäfen in Frankreich, den Niederlanden und Belgien erfolgreich bekämpft worden“. „Demgegenüber gab es bisher keine Maßnahmen auf EU-Ebene, die der natürlichen Ausbreitung entgegenwirken“, so Unger weiter. Und das, obwohl der gefürchtete Maisschädling inzwischen über einige Balkanländer und Ungarn bis ins österreichische Burgenland vorgedrungen ist.

Die EU-Kommission empfiehlt jetzt, Eingrenzungszonen von 40 Kilometer einzurichten, wobei 10 km in der befallenen Zone und mindestens 30 Kilometer außerhalb der Befallszone liegen sollten. Innerhalb der Eingrenzungszone sollen die betroffenen Mitgliedsstaaten sicherstellen, dass mindestens eine zweijährige Fruchtfolge eingehalten wird. Wird Mais zweimal in drei aufeinander folgenden Jahren angebaut, muss dies mit einer effizienten Insektizidbehandlung gegen die erwachsenen Käfer verbunden sein.

Maßnahmen, die diesen Empfehlungen entsprechen, schätzen die Fachleute der Biologischen Bundesanstalt als sehr wirksam ein. So zeigt eine an der BBA erarbeitete Risikoanalyse, dass der Käfer - lässt man ihn gewähren - bereits in drei Jahren im Süden die bayerische Grenze erreicht. Mit geeigneten Gegenmaßnahmen und einer Reduzierung der Ausbreitung auf 10 Prozent der natürlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit kann dieser Zeitraum auf fast 40 Jahre verlängert werden. Da im Falle einer Ansiedlung der Käfer die jährlichen Schäden allein in Deutschland auf jährlich 25 Millionen Euro geschätzt werden, lohnt sich die Umsetzung der Empfehlungen nicht nur im sprichwörtlichen Sinn.
(idw - Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, 04.09.2006 - AHE)
 
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