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Montag, 24.07.2017
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Wurzeln der Menschheit zu besichtigen

Neandertaler-Ausstellung beleuchtet die Evolution des Homo Sapiens

Ein „Familientreffen“ der besonderen Art findet derzeit in Bonn statt: Zahlreiche Originalfunde von Vor- und Frühmenschen aus Afrika, Asien und Europa sind dort noch bis zum 19. Dezember 2006 in der Ausstellung „Roots - Wurzeln der Menschheit“ zu sehen. Sie beleuchten die Entwicklungsgeschichte des Menschen von den ersten Primaten bis hin zur Gegenwart. Aber auch Nebenlinien wie die so genannten Nussknacker-Menschen werden in der Ausstellung gezeigt.
Neandertaler

Neandertaler

Die moderne Erforschung der Menschwerdung beginnt vor 150 Jahren im Rheinland: 16
Knochen werden 1856 aus einem Steinbruch im Neandertal geborgen und zunächst für die Überreste eines Höhlenbären gehalten. Johann Carl Fuhlrott deutete sie als erster als Reste eines ausgestorbenen Frühmenschen und löst damit den Beginn einer langen internationalen Diskussion um die Evolution der Menschheit aus. Die Ausstellung „ROOTS // Wurzeln der Menschheit“ vereint nun im Jubiläumsjahr zahlreiche Original-Fossilien von insgesamt 50 Ahnen – darunter auch das weltberühmte Skelett des Neandertalers.

Neandertaler erhält neues Gesicht


Die in dieser Form weltweit einmalige Ausstellung beginnt mit Schöpfungsmythen aus Europa, Asien und Afrika, führt über die Entwicklung der Primaten zu dem Punkt, an dem sich im Stammbaum Affen und Menschen verzweigen. Anschaulich wird die Entwicklung des aufrechten Gangs erklärt und warum verschiedene Vor- und Frühmenschenarten unserer Ahnenreihe ausstarben. Weitere Highlights: Die Präsentation neuer überraschender Grabungserkenntnisse aus dem Neandertal, Werkzeuge aus der „Morgenröte der Menschheit“, entdeckt in der berühmten Olduvai- Schlucht in Ostafrika, sowie das erstmalig nach Original-Funden rekonstruierte Gesicht unseres berühmten Verwandten.

So hatte im Vorfeld der Ausstellung ein Team der Münchner "Werkstatt für Maskenbildnerei" zwölf Wochen lang an der Büste des Frühmenschen nach Vorlage einer Stereolithografie und auf Grundlage von Knochenfunden aus dem Jahr 1997 gearbeitet. Der rund 40 Zentimeter hohe Kopf gilt nun als eine der exaktesten und lebensechtesten Darstellungen des Neandertalers - so wurden beispielsweise an den Knochen sichtbare Verletzungen erstmals als Narben umgesetzt, neben Spezial-Silikon auch Naturhaare verarbeitet, und sogar die Augen sind handgefertigt.


Älteste Fossilienfunde der Menschheit


Schädel des Ältesten Europäers

Schädel des Ältesten Europäers

Weitere Höhepunkte der Ausstellung sind die Überreste des ersten Europäers, die in Dmanisi in Georgien gefunden wurden und nun erstmals einem breiten Publikum im Original präsentiert werden. Ebenso zu sehen sind die fossilen Menschenfunde aus Pestera cu Oase in Rumänien, dem ersten modernen europäischen Mensch vor etwa 35.000 Jahre. Zudem werden die Fossilien aus Malawi präsentiert, dem mit etwa 2,5 Millionen Jahren ältesten Fund der Gattung Homo, sowie das berühmte Kind von Lagar Velho von vor etwa 24.000 Jahren. Dieser Fund sorgte einst weltweit für Aufsehen, da das Kind eine unerklärlich Mischung aus Neandertaler und modernem Menschen darstellt.

Fachkongress "150 Years of Neanderthal Discovery"


Um die neuesten Forschungsergebnisse zum Neandertaler geht es auch auf dem internationalen Kongress „150 Jahre Neanderthaler -150 Years Neanderthal Discoveries“ an der Universität Bonn, an dem vom 21.-26.07.2006 über 200 Wissenschaftler teilnehmen - darunter Genetiker, Anthropologen, Archäologen, Geologen und Paläontologen. Schwerpunkte sind unter anderem die Umweltbedingungen, unter denen der Neandertaler vor über 40.000 Jahren lebte, aber auch seine Stellung in der Stammesgeschichte des Menschen. "Früher glaubte man, bei dem Neandertaler handele sich um eine Entwicklungsstufe zum modernen Menschen“, so Prof. Thomas Litt, Paläontologe an der Universität Bonn. „Heute sehen Wissenschaftler in ihm jedoch eine europäische Sonderentwicklung, die wahrscheinlich in einer Sackgasse endete."

Ausstellung „Roots Wurzeln der Menschheit“
vom 07. Juli bis 19. Dezember 2006
Dienstags – Sonntags 10 bis 18Uhr
Mittwochs 10 bis 21Uhr

Rheinisches LandesMuseum Bonn
Colmantstraße 14-16
53115Bonn
Tel.: 0228-2070-0
mail: rlmb@lvr.de
(Rheinisches LandesMuseum Bonn, 25.07.2006 - AHE)
 
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