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Mittwoch, 29.03.2017
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Chamäleon-Schlange entdeckt

Natter auf Borneo kann spontan die Farbe wechseln

Auf der südostasiatischen Insel Borneo ist eine Schlange mit einer ungewöhnlichen Eigenschaft entdeckt worden: Die Natter kann spontan die Farbe wechseln. Diese Fähigkeit ist von bestimmten Reptilien wie dem Chamäleon bekannt, bei Schlangen hingegen wurde sie bisher nur sehr selten beobachtet. Das Tier, das etwas mehr als einen halben Meter misst, lebt in den Feuchtgebieten rund um den Kapuas-Fluss im Betung Kerihun Nationalpark.
Kapuas Wassertrugnatter

Kapuas Wassertrugnatter

„Ich hatte eine rötlich-braun gefärbte Schlange in einen dunklen, verschlossenen Eimer gelegt“, erklärt Mark Auliya, der die Kapuas-Wassertrugnatter entdeckt hatte. „Als ich sie kurze Zeit später aus dem Eimer herausnahm, war sie zu meinem Erstaunen ganz weiß“, berichtet der Reptilienexperte des Zoologischen Forschungsinstituts und Museums Alexander Koenig in Bonn. Eine Erklärung für die spontane Farbänderung gibt es bislang jedoch noch nicht. „Die Entdeckung zeigt, was für erstaunliche Arten sich noch in den dichten Wäldern Borneos versteckt halten“, erklärt Stefan Ziegler vom WWF. „Keiner weiß, wie viele heute noch unbekannte Arten sich morgen von großem Nutzen für die Menschheit erweisen werden.“

In den letzten zehn Jahren sind auf Borneo 361 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt worden. Das sind auf einem Gebiet, das etwas mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland, jeden Monat durchschnittlich drei neue Arten. Allerdings ist ihr Lebensraum akut bedroht. Anhaltender Kahlschlag und Plantagenbau zerstören den Urwald Borneos im Zeitraffertempo. „Noch sind große Teile der Insel unberührt. Doch mit jedem geschlagenen Baum stirbt ein Stück Lebensraum für die hier lebenden Orang-Utans, Elefanten und Chamäleon-Schlangen“, so Ziegler.

Vor Ort unterstützt der WWF die drei Staaten Borneos – Indonesien, Malaysia und Brunei – dabei, eine 220.000 Quadratkilometer große Waldfläche im Herzen der Insel zu schützen. Dieses „Heart of Borneo“-Gebiet ist fast so groß wie Westdeutschland. „Noch in diesem Jahr soll auf Borneo eines der größten Schutzgebiets-Netzwerke der Welt entstehen. So könnte die Artenvielfalt erhalten werden“, umreißt Ziegler das ambitionierte Projekt. Der WWF geht davon aus, dass im unzugänglichen „Heart of Borneo“ noch tausende unentdeckte Tier- und Pflanzenarten leben.
(WWF Deutschland, 28.06.2006 - AHE)
 
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