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Samstag, 11.02.2012
Mit „Bruno“ Fußballweltmeister 2006
Neuer Stürmer für die deutschen Roboter-Kicker
Deutschland ist im WM-Fieber. Gekickt wird im Juni aber nicht nur mit Herzblut, sondern auch mit viel Strom in den Metallgelenken: In gut drei Wochen fällt in Bremen der Startschuss zur Weltmeisterschaft der fußballspielenden, autonomen Roboter.

Fussballroboter "Bruno"
Fussballroboter "Bruno"
© TU Darmstadt Fussballroboter "Bruno"
Die deutschen Nationalmannschaft auf vier Roboterbeinen erhält am 29. Mai einen schlagkräftigen Neuzugang: Ein in diesem Jahr an der TU Darmstadt entwickelter, autonom agierender, humanoider Roboter soll im deutschen Angriff für den nötigen Schwung sorgen. Er ist mit 55 Zentimetern wesentlich kleiner als Klose, Podolski & Co., dafür hat er aber zwei Kameraaugen, mit denen er das Spiel lesen kann.
Ein Pocket-PC dient als Gehirn. Teamchef Professor Oskar von Stryk, Leiter des Fachgebiets Simulation und Systemoptimierung über seinen neuen Hoffnungsträger: "Er ist zur Zeit weltweit der schnellste zweibeinige Roboter seiner Klasse."

Zwei Ausnahmestürmer, ein Name
Das einzige, was dem Roboter noch fehlt, ist ein Name, der zu ihm passt. Was läge da näher, als einen anderen Ausnahmestürmer als Taufpaten zu gewinnen: Bruno Labbadia, der einzige Spieler, der sowohl in der ersten und zweiten Bundesliga mehr als hundert Tore schoss, wurde dafür ausgewählt. Der heutige Trainer des SV Darmstadt 98 wird den Roboter auf den Namen "Bruno" taufen. Wie einst bei Labbadia, lastet von Beginn an hoher Erwartungsdruck auf seinem neuen Namensvetter. "Bruno soll Torschützenkönig der RoboCup-WM in Bremen werden und uns zum Weltmeistertitel führen", so von Stryk.

Hinter dem Spektakel steckt jede Menge Spitzenforschung: Roboterfußball dient dem Ziel, Forschungsergebnisse auf den Gebieten der künstlichen Intelligenz und Robotik zu fördern. Seit 1997, dem Jahr, indem erstmals ein Mensch gegen einen Schachcomputer verlor, werden jährlich Weltmeisterschaften in verschiedenen Roboter- Disziplinen ausgetragen. Die gewonnen Erfahrungen sollen langfristig in die Entwicklung intelligenter, humanoider Roboter einfließen, die etwa bei Rettungseinsätzen in Katastrophengebieten als Helfer eingesetzt werden können.
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