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Sonntag, 22.10.2017
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Magnete könnten Haie retten

Innovative Idee verhindert "Beifänge"

Jahr für Jahr verenden tausende Haie unabsichtlich als so genannter "Beifang" der industriellen Langleinen-Fischerei auf Tunfisch und Schwertfisch. Ein kleiner, starker Magnet oberhalb der Angelhaken könnte jedoch die magnetsensitiven Haie abschrecken und so vor dem qualvollen Tod bewahren.
Haie - bedrohte Jäger

Haie - bedrohte Jäger

Die industrielle Fischerei setzt Langleinen von über 100 Kilometern und mit bis zu 30.000 Haken ein. Wie auch bei anderen Methoden kommt es hier zu massiven Beifängen. In den letzten 18 Jahren sind nach Angaben des WWF im Nordostatlantik einige Haibestände um bis zu 90 Prozent zurückgegangen, darunter Hammer- und Fuchshaie. Hauptursache für den Artenschwund ist der Beifang.

"Durch Beifang werden jedes Jahr viele Millionen Tonnen Fisch verschwendet, die nach dem Fang einfach wieder als Abfall über Bord gekippt werden. Zudem fallen Hunderttausende Seevögel, Säugetiere und Meeresschildkröten zerstörerischen Fischereimethoden zum Opfer. Der WWF fördert intelligente Wege wie den Hai-Magneten, um die Beifänge drastisch zu reduzieren", erläutert Alfred Schumm, Leiter des Internationalen WWF-Zentrums für Meeresschutz in Hamburg.

Für die innovative Idee der Magnetabschreckung verlieh der WWF dem Forscher Michael M. Herrmann von der amerikanischen Organisation "SharkDefense" den mit 20.000 Euro dotierten Preis für "Schlaue Netze". Für den Wettbewerb, den der WWF seit 2004 durchführt, hatten 80 Teilnehmer aus 26 Ländern, darunter auch ein Deutscher, Vorschläge eingereicht. Den Gewinner hat eine unabhängige Jury von Wissenschaftlern, Fischern, Ingenieuren sowie Vertretern der Fischereiindustrie und von Umweltverbänden ausgewählt.


"Der WWF-Wettbewerb für 'Schlaue Netze' zeigt, dass es Lösungen für eine umweltschonende Fischerei gibt. Es gibt keine Ausrede mehr für die EU und andere internationale Organisationen, ein so hohes Maß an Verschwendung zu akzeptieren", sagte der Generaldirektor des WWF International, Jim Leape, vor der Preisverleihung in Brüssel.
(WWF, 15.05.2006 - NPO)
 
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