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Sonntag, 24.09.2017
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Masernviren gegen Leberkrebs

Forschungsprojekt entwickelt Impfviren zur Krebstherapie

Viren lösen nicht nur Krankheiten aus, sie können auch helfen: zum Beispiel gegen bestimmte Krebserkrankungen. Ein neues Forschungsprojekt untersucht die Möglichkeit, entsprechend angepasste Masernviren als Impfviren gegen Leberkrebs einzusetzen.
Viren und ihre Auswirkungen sind zurzeit in aller Munde. Doch vielen Viruskrankheiten kann man heute mit Impfungen erfolgreich zu Leibe rücken. Manche Impfungen helfen sogar, wie im Fall der Hepatitis-B-Impfung, einen Teil der durch Virus verursachten Leberkrebserkrankungen zu verhindern. Bestimmte Impfviren können noch mehr: Sie werden in der Forschung zur Behandlung von bereits bestehenden Tumorerkrankungen mit zunehmendem Erfolg eingesetzt.

Masernvirus

Masernvirus

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit kurzem ein Verbundprojekt zur Virotherapie von Lebertumoren mit über einer Million Euro. Koordiniert wird es von Prof. Dr. Ulrich Lauer und PD Dr. Michael Bitzer, Oberärzte am Universitätsklinikum Tübingen. Die Tübinger Forscher und ihre Kollegen setzen bei dem Projekt unter anderem auf ein Masern-Impfvirus, das in den letzten Jahrzehnten mehr als 30 Millionen Mal geimpft wurde und als ausgesprochen sicher gilt.

Durch moderne gentechnologische Methoden wird dieses Impfvirus so verändert, dass es Tumorzellen aufspürt, in diese eindringt und sich dort so schnell vermehrt, dass infizierte Tumorzellen zerstört werden. Dabei werden millionenfach Nachkommen-Viren freigesetzt. Diese befallen benachbarte, bislang nicht infizierte Tumorzellen, in denen in Windeseile der gleiche Vorgang abläuft. Im optimalen Fall kommt dieser Zyklus erst dann zum Stillstand, wenn nahezu alle Krebszellen eines Tumors abgetötet sind.


Nach bisherigen Erkenntnissen hat dieses Wirkprinzip nicht nur für Lebertumoren, sondern auch für viele andere Krebserkrankungen Gültigkeit. Entsprechend kann in Zukunft mit einem breiten Einsatz von Virotherapeutika in der Krebstherapie gerechnet werden. Ziel der Forschungsarbeiten ist es, innerhalb der nächsten drei Jahre die Voraussetzungen für die Klinische Prüfung innovativer Virotherapeutika zu schaffen. Deutschland schließt damit an die Entwicklung in den USA an.
(Universitätsklinikum Tübingen, 19.04.2006 - NPO)
 
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