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Mittwoch, 18.10.2017
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Eiszeit in der Kreidezeit?

Neue Klimadaten enthüllen kurzzeitige Vereisung zur Zeit der Dinosaurier

Zur Zeit der Dinosaurier herrschte auf der Erde keineswegs tropisch heißes Treibhausklima, wie bisher angenommen. Wissenschaftler haben mithilfe von fossilem Holz jetzt herausgefunden, dass die Kreidezeit stattdessen von einem rasanten Auf und Ab der Temperaturen und des Meeresspiegels geprägt war.
Dinosaurier

Dinosaurier

“Die meisten Leute denken, dass die mittlere Kreidezeit ein einziges Super-Treibhaus war”, erklärt Darren Gröcke, Direktor des Biogeochemischen Laboratoriums an der McMaster Universität. „Tatsächlich aber war es dem Klima der letzten fünf Millionen Jahre nicht unähnlich.“ Die Ergebnisse der Studie wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Geology veröffentlicht.

Die Wissenschaftler um Gröcke untersuchten für die Studie 95 Millionen Jahre altes, fossilisiertes Holz aus Nebraska auf seine Isotopenzusammensetzung hin. Aus der Zusammensetzung der Kohlenstoffisotope lassen sich Rückschlüsse auf die Verhältnisse des Kohlenstoffkreislaufs zu der Zeit ziehen, in der die Pflanzen noch lebten. Diese Werte verglichen die Forscher daraufhin mit Kohlenstoffdaten aus der Tiefsee.

Dabei stellten sie fest, dass im irdischen „Kohlenstoffarchiv“ rund 500.00 Jahre fehlten – just zu einer Zeit, als die marinen Werte ein starkes Absinken des Meeresspiegels, einen Temperatursturz von 2 – 4°C und einen Zusammenbruch der Schichtung des Meerwassers zeigten. Diesen umwälzenden Änderungen folgte, auch das zeigen die Daten, ein Massenaussterben unter den Meeresbewohnern.


“Schnelle, starke Meeresspiegelsenkungen in alten Klimadaten entstehen typischerweise nur durch eine Vereisung, und die Kombination aller Daten zur Periode der mittleren Kreidezeit deutet auf eine kurzzeitige ‚Eiszeit’ während der normalerweise als Super-Treibhaus geltenden Periode hin“, erklärt Gröcke.

“Was immer das Wasser trifft, erzeugt auch einen Effekt auf dem Land“, so der Forscher weiter. „Die Erde hat oft große Temperaturschwankungen durchlebt und diese neue Information hilft uns zu verstehen, wie die Biosphäre auf die menschen-gemachten Veränderungen der CO2-Konzentration reagieren wird.“
(McMaster University, 24.02.2006 - NPO)
 
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