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Donnerstag, 27.07.2017
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Muscheln lieben Windkraft

Fundamente von Offshore-Parks als Zuchtgebiete geeignet

Noch sind Windkraftanlagen in der Deutschen Bucht mindestens ebenso umstritten wie ihre Pendants an Land. Doch nun hat ein Wissenschaftler herausgefunden, dass sich die Offshore-Parks nicht nur zur Energieerzeugung sondern auch zur Muschelzucht nutzen lassen: Denn die Fundamente der „weißen Riesen“ bieten ideale Bedingungen für die kommerzielle Kultur von Meerestieren.
Junge Miesmuscheln

Junge Miesmuscheln

Zu diesem Ergebnis kam Bela H. Buck vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung im Rahmen seiner Doktorarbeit. Demzufolge könnten die Fundamente von Offshore-Windparks zur Befestigung von Aufzuchtanlagen für Miesmuscheln und Zuckertang dienen. Für seine praxisnahe Forschung wurde Bela unlängst mit dem Studienpreis des Bremer Fördervereins für Mittelstandsforschung verliehen.

Deutsche Bucht als Muschelparadies


„Die Algen sind sehr gut mit den Bedingungen zurechtgekommen. Die Besiedlung der Substrate durch Miesmuscheln lag zwar unter den Vergleichswerten in küstennahen Wattenmeerzuchten, allerdings waren die dort vorkommenden Muschelparasiten in unseren Beständen nicht zu finden“, erläutert Buck die Ergebnisse seiner mit dem höchsten Prädikat ‚summa cum laude’ bewerteten Dissertation. „Insgesamt ist für beide Organismen eine Zucht in Windparkanlagen möglich und scheint auch unter kommerziellen Gesichtspunkten chancenreich.“ Als „Nebenprodukt“ seiner Forschungen konnte der Biologe bereits zwei Patente für entsprechende technische Anlagen anmelden.

Wirtschaftlicher Erfolg erwartet


Neben Experimenten zur Besiedlung und zum Wachstum der Meeresfrüchte in unterschiedlichen Aufzuchtanlagen befasste sich Buck jedoch auch mit den wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten einer multifunktionalen Nutzung der Windkraftanlagen. Ein Schlüsselproblem sieht Buck in der noch lückenhaften und unvollständigen Gesetzeslage für den Bereich der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in der Deutschen Bucht. Dennoch sieht er optimistisch in die Zukunft: „Mit Beteiligung aller möglichen Nutzer dieser Meeresgebiete sollte im Rahmen eines integrierten Küstenzonenmanagements dieses Defizit bald behoben sein.“
(Alfred-Wegener-Institut, 13.12.2005 - AHE)
 
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