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Sonntag, 17.12.2017
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Himalaja: Riss in Kruste entdeckt

Bisher unbekannte aktive Verwerfung beeinflusst Erosion

Eine bisher unbekannte aktive tektonische Verwerfung haben britische Wissenschaftler unter dem Himalaja-Gebirge in Nepal entdeckt. Wie die Forscher im Wissenschaftsmagazin Nature berichten, könnte der „Riss in der Erdkruste“ einen Teil des enormen Druck ausgleichen, der durch die anhaltende Kollision des indischen mit dem asiatischen Kontinent entsteht.
Himalaja und Tibet

Himalaja und Tibet

„Diese Entdeckung nimmt eine der fundamentalen Fragen in diesem Gebiet in Angriff“, erklärt Arjun Heimsath, Professor für Geowissenschaften an der britischen Dartmouth Universität. „Wir versuchen herauszufinden, ob das Klima die Erosion im Himalaja antreibt und damit indirekt auch die Tektonik beeinflusst, oder aber ob die tektonischen Kräfte die Erosion bestimmen und damit wiederum das Klima beeinflussen. Diese Frage wird manchmal auch als das Henne-und-Ei-Problem der Geomorphologie bezeichnet.“

Der Gebirgszug des Himalaja wächst jedes Jahr um einen oder sogar mehr Zentimeter – hochgedrückt durch die stete Nordbewegung der Indischen Platte. Gleichzeitig jedoch trägt die Erosion durch die starken Monsunregen einen Teil des Gebirgsmaterials wieder ab.

Die neue aktive Verwerfung liegt an der Basis des großen Himalaja in Nepal, rund 95 Kilometer von Katmandu entfernt. Hier verändert sich die Landschaft auf kurzem Raum von einem sanfthügeligen Relief zu steilem Hochgebirge. Die Wissenschaftler entdeckten, dass mit diesem dramatischen Wandel in der Landschaftsstruktur auch die Erosionsraten um das Vierfache anstiegen.


„Wir haben zwei unterschiedliche Techniken zur Datierung der Mineralien im Sediment genutzt, um damit die Erosionsraten der letzten Tausende von Jahren bis zu mehreren Millionen Jahren zu untersuchen“, erklärt Heimsath. „Es gab Übereinstimmungen in ganz unterschiedlichen Zeitperioden zwischen den Erosionsraten von verschiedenen Wasserscheiden und der Tektonik. Dies deutet eine enge Verbindung zwischen beiden an.“

Heimsath und seine Kollegen vermuten, dass es eine Art Feedback-Mechanismus zwischen der Erosion und den tektonischen Bewegungen geben könnte. Dieser wiederum könnte die potenzielle Energie, die sich durch das Anheben des Himalaja und die Entstehung des tibetanischen Plateaus akkumuliert, abbauen. “Die unglaubliche Masse dieses angehobenen Plateaus muss irgendwo bleiben und es ist möglich, dass gezielte Erosionsprozesse, die Material aus der Basis des Himalaja abtragen, eine Reduktion dieser angesammelten potenziellen Energie bewirken“, erklärt der Forscher.

Die Wissenschaftler argumentieren, dass die neuen Ergebnisse eine Verbindung zwischen den Erosionsraten und den tektonischen Kräften quantifizieren und damit auch zu einem neuen Verständnis darüber führen könnten, welche Rolle das Wachstum des Himalaya im globalen Klimawandel spielt.
(Dartmouth College, 22.04.2005 - NPO)
 
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