• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 26.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Wie häufig ist COPD?

Studie soll neue Daten zur chronischen Lungenerkrankung liefern

Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht es fest: Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease - COPD) wird im Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein, nach Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Hauptursache der COPD ist das Rauchen. Doch noch immer fehlen genaue Daten. Das soll jetzt eine groß angelegte internationale Studie in mehreren Ländern mit dem Namen BOLD (burden of obstructive lung disease) ändern.
Rauchen und die Folgen

Rauchen und die Folgen

Die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) ist eine chronische Entzündung der Bronchien, die dazu führt, dass sich die Atemwege verengen und sich nur teilweise durch Medikamente wieder weiten lassen.

"Wir wissen nicht, wie häufig die COPD ist, wie die Patienten mit dieser Krankheit medizinisch versorgt werden - noch kennen wir die Unterschiede in einzelnen Ländern", sagt Professor Dr. Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

In China und der Türkei begannen Ende vergangenen Jahres bereits erste Untersuchungen im Rahmen von BOLD, vor kurzem starteten Island, Südafrika und Österreich. Nun kommen die USA, Polen, Norwegen und Deutschland hinzu. Die Initiative ging aus vom Kaiser Permanente Center for Health Research in Portland, Oregon, USA. Dort werden auch alle Daten anonymisiert zusammengeführt.


Region Hannover als Modellgebiet für Deutschland


"Die Region Hannover wir das Modellgebiet für Deutschland sein, die MHH das nationale Zentrum für die Studie", sagt Welte. "Uns liegt besonders viel daran, dass die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung möglichst früh erkannt wird, damit sie rechtzeitig und richtig behandelt werden kann. Dazu müssen wir mehr über die Krankheit und ihre Verbreitung wissen. Gerade Raucher haben noch eine Chance, mit dem schädlichen Rauchen aufzuhören, wenn die COPD bei ihnen früh diagnostiziert wird", so Niedersachsens Sozialministerin Dr. Ursula von der Leyen weiter , die die Schirmherrschaft über die Studie übernommen hat.

Wie wird die Studie ablaufen?


Eine standardisierte Befragung und ein Lungenfunktionstest sind die wesentlichen Elemente der Studie. Rund 1.000 Personen aus der Region Hannover - je zur Hälfte Frauen und Männer - werden willkürlich ausgewählt, angeschrieben und gebeten, bei der Studie mitzumachen.

Ihre Aufgabe: den Fragebogen mit 15 Seiten auszufüllen und den Lungenfunktionstest mitzumachen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MHH-Abteilung Pneumologie besuchen diese Personen zu Hause oder gehen mit ihnen in der MHH den Fragebogen durch. Darin wird ausführlich deren Krankengeschichte erfragt, das mögliche Raucherverhalten oder auch eventuelle Versuche der Entwöhnung. Arztbesuche oder ein Klinikaufenthalt werden ebenso erfasst wie die Lebensqualität.

"Unser Ziel ist es, auf diese Weise einen statistisch fundierten Querschnitt durch die Bevölkerung zu erhalten und genau herauszufinden, wie häufig die COPD tatsächlich ist", sagt Welte. "Dabei hoffen wir auf die Mithilfe der angeschriebenen Menschen in der Region Hannover, auch wenn Sie keine Lungenprobleme haben."
(idw - Medizinische Hochschule Hannover, 22.03.2005 - DLO)
 
Printer IconShare Icon