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Mittwoch, 19.09.2018
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Pferde erkennen unseren Tonfall

Huftiere können neben der Mimik auch die Stimme des Menschen deuten

Feines Gespür für die Stimme: Pferde können offenbar nicht nur den emotionalen Gehalt unserer Mimik verstehen – sondern auch unseren Tonfall richtig deuten. Ein Experiment zeigt: Die Tiere reagieren irritiert, wenn sie zum Beispiel ein wütendes Gesicht sehen, aber eine zufriedene Stimme dazu hören. Sie erkennen demnach, dass beide Signale nicht zusammenpassen.
Aufmerksame Zuhörer: Pferde können unsere Gemütslage an unserem Tonfall ablesen.

Aufmerksame Zuhörer: Pferde können unsere Gemütslage an unserem Tonfall ablesen.

Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd ist im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte immer enger geworden. Die Tiere begleiten uns nunmehr seit mindestens 5.000 Jahren und haben in dieser Zeit gelernt, uns perfekt zu verstehen. So können sie gezielt mit ihren menschlichen Besitzern kommunizieren und sogar den emotionalen Gehalt unserer Mimik erkennen, wie Studien nahelegen.

Doch sind die Tiere darüber hinaus auch dazu in der Lage, die menschliche Stimme richtig zu deuten? Bisher ist nur von Hunden bekannt, dass sie die Laune ihres Besitzers an dessen Tonfall erkennen. Wissenschaftler um Kosuke Nakamura von der Universität Tokio haben nun getestet, ob Pferde ebenfalls zu dieser erstaunlichen Leistung fähig sind.

Passen Mimik und Tonfall zusammen?

Passen Mimik und Tonfall zusammen?

Lachendes Gesicht, wütende Stimme


Dafür zeigten sie 19 Pferden zunächst jeweils das Bild eines fröhlich oder wütend dreinblickenden Menschen. Anschließend hörten die tierischen Probanden die Stimme dieser Person aus einem Lautsprecher schallen. Diese klang dabei entweder schimpfend oder lobend. Das Besondere: Mal passten Mimik und Tonlage zusammen, mal drückten sie genau gegensätzliche Emotionen aus.


Wie würden die Pferde reagieren? Sollten die Tiere die Gemütslage des Menschen sowohl anhand der Mimik als auch anhand der Stimmlage bewerten, müssten sie von nicht zusammenpassenden Signalen irritiert sein, so die Erwartung der Forscher. Tatsächlich zeigte sich: Die Pferde reagierten in solchen Situationen anders als in Testdurchgängen, in denen das Gesehene und das Gehörte dieselbe Emotion ausdrückten.

Merklich irritiert


Konkret reagierten die Tiere bis zu zweimal schneller auf den Lautsprecher, wenn etwas Unerwartetes aus ihm zu hören war. In einigen Fällen schauten sie zudem deutlich länger dorthin. Beide Reaktionen gelten nach gängiger Lehrmeinung als Zeichen für Überraschung und Irritation.

Damit legen die Ergebnisse nahe, dass Pferde sowohl unsere Mimik als auch unsere Tonlage auswerten, um Rückschlüsse auf unsere Stimmung zu ziehen. "Unsere Studie verbessert das Verständnis darüber, wie Menschen und ihre tierischen Begleiter emotionale Signale aussenden und empfangen. Dies trägt schlussendlich zu einer besseren Beziehung zwischen beiden bei", schließt das Forscherteam. (Scientific Reports, 2018; doi: 10.1038/s41598-018-26892-6)
(Hokkaido University, 25.06.2018 - DAL)
 
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