• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 20.09.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Knoblauchgenuss ohne schlechtes Gewissen

Äpfel und Salat überdecken den Mundgeruch

Leckeres Deo: Mit Mundgeruch nach dem Knoblauchessen müssen wir uns nicht länger abfinden. Denn schon ein Apfel oder etwas Kopfsalat als Nachtisch reduzieren den Mundgeruch deutlich, wie ein Experiment belegt. Der Grund dafür: Dieses Gemüse und Obst enthält Enzyme und Phenole, die die ungewünschten Geruchsstoffe zerstören.
Knoblauch: Die beliebte und gesunde Würze hinterlässt leider einen unangenehmen Knoblauchatem. Aber es gibt natürliche Gegenmittel.

Knoblauch: Die beliebte und gesunde Würze hinterlässt leider einen unangenehmen Knoblauchatem. Aber es gibt natürliche Gegenmittel.

Knoblauch gilt gemeinhin als gesunde Gewürz- und Heilpflanze und 2005 entdeckten Forscher sogar, dass die Pflanze vor Eierstockkrebsschützen kann. Trotzdem meiden wir die vielseitige Pflanze oft, denn sie hat einen unangenehmen Nebeneffekt: penetranten Mundgeruch, der besonders unsere Mitmenschen stört. Für Knoblauchliebhaber gibt es jetzt aber eine Lösung für das Problem. Denn eine Studie zeigt, dass bestimmte Lebensmittel den Knoblauchgeruch neutralisieren.

Obst und Gemüse als Nachtisch


Für ihr Experiment gaben Rita Mirondo und Sheryl Barringer von der Ohio State University in Columbus ihren Probanden zunächst drei Gramm Knoblauchzehen zum Kauen. Unmittelbar danach sollten die Teilnehmer andere Lebensmittel zu sich nehmen, darunter Äpfel, Salat und Minzblätter, die jeweils roh, gekocht oder als Saft zubereitet waren. Außerdem getestet wurden grüner Tee und als Kontrolle Wasser.

Um herauszufinden wie sich dieser Nachtisch auf den Mundgeruch auswirkt, analysierten die Forscher die Ausatemluft der Probanden auf verschiedene Disulfide und Mercaptan - die Stoffe, die den typischen Knoblauchatem ausmachen.

Minzblätter und rohe Äpfel wirken am besten gegen den unangenehmen Geruch.

Minzblätter und rohe Äpfel wirken am besten gegen den unangenehmen Geruch.

Rohe Lebensmittel wirken am Besten


Die Ergebnisse zeigten, dass roher Apfel, Salat und Minzblätter die flüchtigen Substanzen in der Atemluft schon 30 Minuten nach dem Verzehr um mindestens 50 Prozent reduzierten. Die Minzblätter überdeckten die Stoffe am effektivsten. „Wenn jemand sich Gedanken um den Knoblauchatem macht, würde ich deswegen sagen: Iss rohe Äpfel oder rohe Minze. Beide wirken sehr effektiv gegen den Mundgeruch.“, so Barringer.


Auch Apfelsaft und Minzsaft verringerten zwar die unangenehmen Geruchsstoffe, allerdings war der Effekt nicht so hoch wie beim Kauen von rohem Apfel oder Minze. Wobei auch gekochte Äpfel und Salatblätter den Atem verbesserten. Lediglich der grüne Tee zeigte als einziges getestetes Lebensmittel keinen Effekt auf den Knoblauchatem.

Pille gegen Mundgeruch


Die Forscher gehen davon aus, dass zwei Mechanismen den Knoblauchgeruch überdecken. Erstens sind das Enzyme aus dem rohen Obst und Gemüse, die helfen, die Geruchsstoffe zu zerstören. Andererseits sorgen aber auch Phenole, die im rohen und erhitzten Obst und Gemüse enthalten sind dafür, dass die flüchtigen Verbindungen des Knoblauchs zerstört werden.

Das erklärt auch, warum die rohen Nahrungsmittel am besten gegen Knoblauchatem helfen: Sie enthalten sowohl die Enzyme als auch die phenolischen Verbindungen. „Der nächste Schritt wird es sein, dass wir noch intensiver nach den optimalen Typen von Phenolen, den Wirkstoffmengen und den Enzymen schauen müssen. Denn dann könnte man zum Beispiel eine Pille herstellen“ so Barringer. „Wenn jemand dann seinen geliebten Knoblauch mit Fleisch isst, muss er sich keine Gedanken mehr um Mundgeruch machen“. (Journal of Food Science, 2016; doi: 10.1111/1750-3841.13439)
(Institute of Food Technologists (IFT), 26.09.2016 - HDI)
 
Printer IconShare Icon