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Dienstag, 27.09.2016
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Warum sich Mobile Payment nur langsam durchsetzt

Ausreichender Datenschutz ist eine Grundvoraussetzung für bargeldlose Bezahlsysteme

Smartphone statt Geldbörse? Kaum ein Nutzer verwendet bisher sein Mobiltelefon als Zahlungsmittel für das "Mobile Payment", obwohl mittlerweile fast jeder ein Smartphone besitzt. Die neue Bezahlmethode kann in Deutschland bislang nicht Fuß fassen, weil sie keine Vorteile gegenüber der guten alten EC-Karte bietet, wie eine Umfrage zeigt. Demnach müssen die Anbieter von Mobile Payment vor allem gewährleisten, dass die Technik sicher ist und sich nicht missbrauchen lässt.
Mobile Payment: Einfaches und bargeldloses Bezahlen mit dem Smartphone.

Mobile Payment: Einfaches und bargeldloses Bezahlen mit dem Smartphone.

Zugtickets und Parkscheine lassen sich bereits bequem per Smartphone bezahlen, und auch Fahrräder kann man mittlerweile ganz einfach über das Mobiltelefon mieten. Sogenanntes Mobile Payment, das Bezahlen mit dem Smartphone an jeder Ladentheke oder Supermarktkasse, ist hierzulande dagegen bislang kaum verbreitet. Das Bezahlsystem "Apple Pay" ist seit Oktober 2014 vorerst nur in den USA nutzbar. "Technisch ist das Ganze schon lange möglich", sagt Andreea Wurster von der FOM Hochschule in Düsseldorf, "aber trotz namhafter Anbieter wie Google hat sich dieses Bezahlsystem noch nicht durchgesetzt – zumindest nicht in Deutschland."

Die Wissenschaftlerin wollte herausfinden, warum die Deutschen gegenüber dieser Technologie noch so zurückhaltend sind. Dazu hat Wurster in einer Online-Umfrage die Antworten von fast 800 Studierenden gesammelt. Inhalt des Fragebogens waren sowohl das allgemeine Nutzungsverhalten mit dem Mobiltelefon als auch Vorlieben und Abneigungen beim Bezahlen mit und ohne Bargeld.

Bestenfalls Ergänzung, aber kein Ersatz


Eine Grundvoraussetzung für Mobile Payment ist der Umfrage zufolge zumindest erfüllt: So gut wie alle der Befragten nutzen bereits ein Smartphone, neun von zehn sind mehrmals täglich oder sogar permanent damit online. Jedoch nur acht Prozent haben damit bereits mobil bezahlt. Rund die Hälfte zieht die Bezahlmethode aber zumindest als Alternative in Betracht. Es gibt jedoch auch Skeptiker: Für etwa ein Fünftel der Teilnehmer kommt Mobile Payment nicht in Frage. "Mobile Payment wird bestenfalls als Ergänzung, nicht aber als Ersatz vorhandener Zahlungsmethoden gesehen", fasst Wurster zusammen.


Während viele das Mobile Payment zwar für bequemer halten, als mit Bargeld zu bezahlen, fehlt der entscheidende Vorteil gegenüber der EC-Karte. Diese ist nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel, weil sie schnelles und bequemes Bezahlen ermöglicht. An Bargeld stört die meisten Menschen vor allem der nötige Gang zum Geldautomaten. Auch der direkte Verlust, wenn es gestohlen wird, ist ein Gegenargument, dennoch fanden die meisten Studienteilnehmer Bargeld an sich nicht lästig.

Sensible Daten in falschen Händen?


Einwände gegen Mobile Payment kommen auch aus der Furcht, dass sensible Daten in falsche Hände fallen könnten. "Das Sicherheitsbedürfnis ist erwartungsgemäß groß", so Wurster. Nur mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen könne sich die Methode durchsetzen. Wichtig ist auch das Vertrauen die Bank, welche die Transaktionen durchführt. Damit seien die Anbieter in der Pflicht, sichere Voraussetzungen zu schaffen und gleichzeitig aktiv die Vorteile von Mobile Payment zu vermitteln, meint Wurster: "Damit die breite Masse diese Bezahlungsweise akzeptiert, wäre es wichtig zu demonstrieren, wie einfach und intuitiv das Zahlen per Smartphone ist."

Nicht zuletzt sind offenbar persönliche Vorlieben entscheidend: Die Befragten wünschen sich vor allem bequemes Bezahlen in ihren Lieblingsgeschäften. "Interessant ist zudem, dass Mobile Payment mehr Aussicht auf Erfolg hätte, wenn es die angesagteste Methode zu zahlen wäre", erläutert Wurster. Über die Hälfte der Teilnehmer gab in der Umfrage an, mit dem Mobiltelefon zu zahlen, wenn die Mehrheit oder zumindest die eigenen Freunde das auch täten. Und rund ein Fünftel wäre gern Trendsetter für die neue Bezahlmethode.
(FOM Hochschule, 10.11.2014 - AKR)
 
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