Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Sonntag, 14.03.2010
Deutsche wollen mehr Windenergie
Studie: Umweltschutz hat Hochkonjunktur
Das Umweltbewusstsein der Deutschen ist auf einem hohen Niveau: 92 Prozent der Bevölkerung halten Umweltschutz für wichtig. Vor allem der Klimaschutz und der Ausbau der Windenergie finden große Zustimmung bei den Bürgerinnen und Bürgern. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der neuen Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland, die das Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt (UBA) jetzt vorgestellt haben.

Windkraftanlage
Windkraftanlage
© DOE
"Wirksamer Umweltschutz braucht gesellschaftliche Mehrheiten und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Dafür ist das hohe Umweltbewusstsein der Menschen eine wichtige und gute Voraussetzung. Ich freue mich besonders, dass der Klimaschutz und der Ausbau der erneuerbaren Energien eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung finden. Das bestätigt unseren eingeschlagenen Kurs, den wir konsequent weiter verfolgen werden", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin bei der Vorstellung der Studie.

UBA-Präsident Andreas Troge: "Weil wir wollen, dass Umweltschutz weiterhin für die Menschen so wichtig bleibt, müssen wir in der Kommunikation mehr tun als früher. Im Klartext: Umweltschützer müssen den Menschen deutlicher machen, was ihnen der Umweltschutz im Alltag konkret bringt - etwa mehr Lebensqualität und Gesundheit heute und zukünftig. Sicherlich macht Umweltschutz nicht immer nur Spaß, aber: Wer die Umwelt schützen will, muss nicht wie ein Heiliger leben."

Vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion, in der seit geraumer Zeit die Wirtschaftslage und die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik im Mittelpunkt stehen, ist es laut BMU und Umweltbundesamt „bemerkenswert“, dass 92 Prozent der Bevölkerung den Umweltschutz für wichtig halten. In der Rangfolge der wichtigsten Probleme in Deutschland ist der Umweltschutz sogar nach oben geklettert, und zwar auf Platz 3 (vorher Platz 4). Umweltschutz nimmt damit denselben Rang ein wie die soziale Gerechtigkeit. Auf Platz 1 steht die Arbeitslosigkeit, gefolgt von der wirtschaftlichen Lage.

Die Menschen in Deutschland schätzen schon heute die Umweltverhältnisse positiv ein. 82 Prozent beurteilen die Umweltqualität in Deutschland als sehr gut oder recht gut, das entspricht den Umfrageergebnissen von 2002. In Ostdeutschland setzt sich der Trend zu einer kontinuierlich besseren Bewertung fort: Dort beurteilen inzwischen 80 Prozent die Umweltverhältnisse positiv. Das ist gegenüber 2002 eine beträchtliche Steigerung von 14 Prozent.

Die Ergebnisse im Einzelnen
56 Prozent der Bevölkerung möchten, dass Deutschland in der EU eine klimapolitische Vorreiterrolle einnimmt – neun Prozent als noch 2002. Inzwischen schätzt auch die Mehrheit der Deutschen die Risiken des globalen Klimawandels als für sich persönlich sehr gefährlich ein.

Für den Ausbau der Windenergie sprechen sich über zwei Drittel der Befragten aus. In allen Altersgruppen der Unter-50-Jährigen wird die Windenergie weit besser bewertet, die Über-50-Jährigen dagegen sehen die Windenergie skeptischer. Männer und Frauen beurteilen die Windenergie gleich.

Die größten Sorgen rufen nach wie vor die Risiken der Atomenergie hervor. 59 Prozent der Befragten stufen Atomkraftwerke und den radioaktiven Müll als äußerst oder sehr gefährlich für sich und ihre Familie ein.

Fragt man die Menschen, wodurch sie sich gesundheitlich belastet fühlen, dann nennen sie zuallererst die Chemikalien in Produkten und Gegenständen des täglichen Bedarfs: Ein Fünftel aller Bürgerinnen und Bürger fühlt sich äußerst stark oder stark belastet.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Umweltschutz, Umweltbewusstsein, Erneuerbare Energien, Windenergie, Klimaschutz
Weitere News zum Thema
Eifel: Artensterben gestoppt (11.03.2010)
2010-Ziel der Europäischen Union auf lokaler Ebene deutlich übertroffen
"Plastic Planet": Meere werden zu Müllkippen (25.02.2010)
NABU unterstützt den Dokumentarfilm als Umweltpartner für den Meeresschutz
Mit dem Elektroauto in der Großstadt (16.02.2010)
Projekt zu Akzeptanz und Nutzungsverhalten von Elektroautos im Berliner Stadtverkehr abgeschlossen
Schwarz-Gelb: Umwelt sitzt am Katzentisch (05.02.2010)
Umweltorganisationen mahnen in 100-Tage-Bilanz der neuen Bundesregierung mehr Umwelt-Engagement an
Pestizid-Cocktail im Salat? (03.02.2010)
Greenpeace entdeckt nicht zugelassene Substanzen
Suche
Erweiterte Suche
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Erneuerbare Energien
Welche Zukunft haben die "Ressourcen der Zukunft"
Naturschutz
Der Ast auf dem wir sitzen...
Klimawandel
Bringt der Mensch das irdische Klima aus dem Gleichgewicht?
Streit ums Klima
Klimawandel unter Beschuss?
Windenergie
Die Kraft des Windes und ihre Nutzung
News des Tages
Deutsche wollen mehr Windenergie
Auch Delfine können „zählen“
Künftige Jahrhundertfluten: Köln „funkt“ S.O.S.
Erstmals Katalysator bei der Arbeit zugeschaut
Altern kein unabwendbares Schicksal?
Keramik zum Nageln
HESS sucht „Dunkle Materie“
Erstes Baby mit getestetem Erbgut geboren
Bücher zum Thema
Wetter und Klima
Das Spiel der Elemente - Atmosphärische Prozesse verstehen und deuten von Harald Frater (Hrsg.)
Atmosphäre im Wandel
Die empfindliche Lufthülle unseres Planeten von Thomas E. Graedel, Paul J. Crutzen
Erneuerbare Energien und Alternative Kraftstoffe
Mit neuer Energie in die Zukunft von Sven Geitmann
Globale Umweltprobleme
Ursachen und Lösungsansätze von Eike Roth
Top-Clicks der Woche
1. Neue Belege für “Schneeball Erde”
2. Oktopus tarnt sich als Flunder
3. Erdrotation beeinflusst Unterwasserwellen
4. Galaxien-Explosion stoppte junges Universum
5. Dinosaurier: Der Tod kam doch aus dem All