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Mittwoch, 22.02.2012
Deutsches Trinkwasser „sehr gut“
Neuer Bericht: Grenzwertüberschreitungen sind die Ausnahme
Das Trinkwasser in Deutschland hat hervorragende Qualität. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Umweltbundesamtes (UBA) hervor. Grenzwertüberschreitungen bei Gefahrstoffen oder Mikroben seien bei allen größeren Wasserwerken die Ausnahme.

Trinkwasser
Trinkwasser
© Alexander Anlicker / GFDL Trinkwasser
Wie die Tests ergaben, tritt beispielsweise Nitrat im Grundwasser zum Teil in hohen Konzentrationen auf. Bei Wasser aus dem Wasserhahn dagegen werden die rechtlichen Vorgaben eingehalten. Auch bei mikrobiologischen und chemischen Qualitätsuntersuchungen gab es in mehr als 99 Prozent aller Fälle keine Beanstandungen.

„Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken zu sich nehmen. Die qualitativen Eigenschaften bekommen nach wie vor ausschließlich Bestnoten“, kommentierte UBA-Präsident Jochen Flasbarth die neuen Resultate.

Lebensmittel Nummer eins
Als Lebensmittel Nummer eins muss Trinkwasser hohen Anforderungen genügen. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) gibt diese verbindlich vor. Trinkwasser darf danach keine Krankheitserreger und Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen enthalten und muss „rein und genusstauglich“ sein.

Laut dem neuen Bericht kam es nur bei ein bis drei Prozent der erfassten Überwachungsmessungen in den Jahren 2008 bis 2010 zu Grenzwertüberschreitungen. Hierbei handelt es sich, so das UBA, um Ausnahmen. Sie gehen auf einzelne Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln zurück oder betreffen coliforme Bakterien. In beiden Fällen stammen die Proben aber nicht aus dem Wasserhahn sondern von Wasserwerken und direkt aus dem Rohrnetz. 99 Prozent aller Trinkwasserproben aus dem Wasserhahn waren in diesen Fällen nicht zu beanstanden.

Rückläufiger Trend bei Nitrat
Für Nitrat bestätigen die neuen Daten den bereits in den Jahren davor beobachteten rückläufigen Trend. Während die Grenzwertüberschreitung von Nitrat im Jahr 1999 bei 1,1 Prozent lag, sank sie 2010 auf nahezu null Prozent. Dass auch der Nitratgehalt im Grundwasser oder in Gewässern mit gleicher Tendenz abgenommen hat, lässt sich aus diesem Trend nach Angaben des UBA jedoch nicht schließen. „Reduziert werden konnte der Nitratgehalt im Trinkwasser vor allem durch weiterreichende Aufbereitungsmaßnahmen sowie durch die Mischung mit weniger belastetem Wasser“, so das UBA.

Ermittelte Grenzwertüberschreitungen bei Blei stammen dagegen laut dem Bericht nicht aus dem Wasserwerk, sondern aus bleihaltigen Leitungen und Armaturen, die die allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht erfüllen. Das sei auch meist die Ursache, wenn Überschreitungen bei Kupfer, Nickel und Cadmium aufträten.

Gefahren für die Gesundheit selten
Auch wenn im Einzelfall rechtliche Vorgaben nicht eingehalten worden seien, hätte dies nicht in jedem Falle eine Gefährdung der Gesundheit bedeutet, so das UBA. Dies hänge vom jeweiligen Qualitätskriterium ab sowie von der Höhe und Dauer der Überschreitung.

So sind zum Beispiel viele coliforme Bakterien für den Menschen nicht infektiös, aber ihr Auftreten im Trinkwasser zeigt eine allgemeine Verschlechterung der Wasserqualität an. Notwendig seien dann weitere Untersuchungen, um die Ursache zu klären und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung einzuleiten.

Warum ein Bericht zur Trinkwasserqualität?
Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, alle drei Jahre einen Trinkwasserbericht vorzulegen. In Deutschland basiert der Bericht auf den Meldungen der Bundesländer an das BMG und UBA. Diese stammen von rund 2.360 Wasserversorgern, die zusammen etwa vier Milliarden Kubikmeter Trinkwasser an circa 90 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung verteilen.

Originalbericht des BMG und UBA über die Trinkwasserqualität in Deutschland (Berichtsjahre 2008 – 2010)
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