• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Montag, 26.09.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Neuer Labortest beschleunigt Herzinfarkt-Diagnose

96 prozentige Sicherheit schon innerhalb von drei Stunden

Mit Hilfe eines neuen Tests könnten Herzinfarkte zukünftig deutlich früher und verlässlicher als bisher diagnostiziert werden. Wissenschaftler haben einen Labortest entwickelt und erprobt, der innerhalb von drei Stunden mit 96prozentiger Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt sicher bestimmt - oder ihn zu 100 Prozent ausschließt. Das ermögliche eine frühere und damit erfolgreichere Behandlung, berichten die Forscher im Fachmagazin "Journal of the American Medical Association" (JAMA).
An einem EKG lässt sich der Herzzustand ablesen

An einem EKG lässt sich der Herzzustand ablesen

"Bei herkömmlichen Tests liegt mitunter erst nach bis zu acht Stunden ein verlässliches Ergebnis vor", sagt Studienleiter Stefan Blankenberg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie am UKE. Dies könne dazu führen, dass der optimale Zeitpunkt für eine Herzkatheter-Untersuchung verpasst werde und damit eine Behandlung zu spät komme.

Eiweißstoff gemessen


Für das neue, in der aktuellen Studie an 2.000 Patienten getestete Nachweisverfahren haben die Mediziner den Gehalt eines bestimmten Eiweißstoffs im Blut, des Troponins, bestimmt. Dieses Protein wird vom absterbenden Herzmuskel freigesetzt. Die Forscher maßen den Troponinwert bei Ankunft der Patienten im Krankenhaus, nach drei und nach sechs Stunden.

Steige der Troponingehalt im Laufe von drei Stunden um mindestens 200 Prozent an, sei dies ein 96prozentig sicherer Hinweis auf einen Herzinfarkt, sagen die Forscher. Bleibe der Wert dagegen gleichmäßig niedrig oder aber stabil erhöht, sei der Patient gesund oder leide an anderen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche oder Nierenfunktionsstörungen


"Mit unserem neuen, hoch sensitiven Troponin-Test können wir die Herzinfarktdiagnostik und damit auch die Behandlung der Patienten wesentlich beschleunigen", sagt Blankenberg. Die Europäischen Leitlinien zur Diagnose des Akuten Myokardinfarktes würden diesen Test bereits empfehlen. Von den Regulationsbehörden in den USA werde derzeit die Zulassung des Tests geprüft.

Herzinfarkt-Symptome nicht immer eindeutig


Brustschmerz und Atemnot gelten als typische Anzeichen für einen Herzinfarkt. Diese Symptome können aber auch andere Ursachen haben, umgekehrt werden einige Infarkte von eher atypischen Symptomen wie Bauchschmerzen und Übelkeit begleitet. Ob tatsächlich jemand einen Herzinfarkt erlitten hat, entscheidet häufig das Elektrokardiogramm (EKG). Sind aber diese Ableitungen der elektrischen Signale des Herzmuskels nicht eindeutig, müssen Ärzte zu anderen Nachweisverfahren greifen.

Einer davon ist auch schon jetzt der Nachweis des Eiweißstoffs Troponin. Doch mit bisherigen Troponin- Tests dauert es bis zu acht Stunden, bis ein Anstieg dieses Stoffs verlässlich angezeigt wird. "Das hat zur Folge, dass wir Patienten lange beobachten müssen und eventuell nicht so früh behandeln können, wie es bei einem Infarkt eigentlich notwendig ist", erläutert Blankenberg.
(Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 28.12.2011 - NPO)
 
Printer IconShare Icon