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Samstag, 22.07.2017
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Dioxin und Co. in Lebensmitteln untersucht

Aufnahme von Schwermetallen und Dioxinen über die Nahrung analysiert

Passend zum Eier-Dioxinskandal hat jetzt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Studie zur Aufnahme von Schwermetallen und Dioxinen über die Nahrung abgeschlossen. Sie enthüllt unter anderem, dass Lebensmittel wie Rindfleisch oder Milch zwar nur selten die Grenzwerte für Dioxin und organische Schadstoffe überschreiten. Da sie aber sehr häufig verzehrt werden, kann dennoch im Laufe der Zeit eine erhöhte Belastung auftreten. Aal und Dorschleber überschritten in der Hälfte der Proben die Grenzwerte und sollten daher nur selten gegessen werden.
Dioxin in Eiern

Dioxin in Eiern

Über Lebensmittel nehmen Menschen nicht nur wertvolle Stoffe wie Vitamine und Mineralstoffe auf, sondern auch unerwünschte Stoffe, die in bestimmten Mengen der Gesundheit schaden können. Gerade erst ist eine dieser sogenannte Umweltkontaminanten, das Dioxin, durch verseuchte Eier in den Fokus der Öffentlichkleit geraten. Neben Dioxin zählen jedoch auch giftige Schwermetalle, die über Verunreinigungen der Luft, des Wassers und des Bodens in Lebensmittel gelangen können, dazu. Um die Risiken solcher Stoffe abschätzen zu können, stellt sich die Frage, in welchen Mengen sie in Lebensmitteln vorkommen und in welchen Mengen Verbraucher diese Lebensmittel essen.

Aufnahme von Umweltkontaminaten über Ernährung systematisch untersucht


Im Rahmen des Forschungsprojektes „Lebensmittelbedingte Exposition gegenüber Umweltkontaminanten“ (LExUKon) haben jetzt Wissenschaftler des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), des Forschungs- und Beratungsinstituts für Gefahrstoffe (FoBiG) und der Universität Bremen berechnet, welche Mengen Cadmium, Blei, Quecksilber, Dioxine und polychlorierte Biphenyle (PCB) Verbraucher üblicherweise mit der Nahrung aufnehmen.

Untersucht wurde dies auf der Grundlage von Daten aus der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) des Max Rubner-Instituts (MRI) und dem Lebensmittel-Monitoring des Bundesamtes für Verbraucherschutz (BVL). Dabei wurde die Aufnahme von Umweltkontaminanten über Lebensmittel für die Gesamtbevölkerung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Verzehrsgewohnheiten sowie individueller Lebensstile ermittelt.


Dioxin: gravierende Grenzwertüberschreitungen bei fettigem Fisch


Das Ergebnis: Dioxine und PCB werden vor allem über Milchprodukte, Eier und Fleisch aufgeniommen, aber auch fetthaltige Fischsorten kommen in Frage. Hier fiel auf, dass im Gegensatz zu den nur vereinzelt über den Grenzwerten liegenden Schwermetallen beim Dioxin ein größerer Prozentsatz der Proben oberhalb des definierten Höchstgehaltes lag. Bei Aal und Dorschleber beispielsweise überschritten neun von 18 Proben und damit satte 50 Prozent die derzeit gültigen Grenzwerte. Aus diesem Grund hat das BfR bereits 2007 empfohlen, Dorschleber in Öl höchstens alle zwei Monate zu verzehren

Weniger „Ausreißer“ bei Rindfleisch und Milch


Eher niedriger belastet sind sowohl Rindfleisch als auch Milch. Sie zeigen zwar vereinzelte Höchstgehaltsüberschreitungen, liegen aber im Durchschnitt deutlich unterhalb der Grenzwerte. Da diese Lebensmittel jedoch häufiger und in größeren Mengen gegessen werden, können sie denn och in hohem Maße zu einer kumulierten Dioxinbelastung beitragen. Bei Eiern waren die Werte bis vor kurzem sehr uneinheitlich, die Forscher bewerteten höhere Ergebnisse daher eher als Überschätzung und Eier als meist gering belastet. Doch der jüngste Skandal hat dies nun deutlich geändert.

Besorgniserregend ist, dass Menschen, die die untersuchten Lebensmittel mit durchschnittlicher Häufigkeit und Menge verzehren, bereits 90 bis 121 Prozent des WHO-Grenzwerts für Schwermetalle, PCD und Dioxin erreichen. „Diese Erkenntnisse sind für die Risikobewertung von hoher Bedeutung“, erklärt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel. „Damit können wir das Ausmaß einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung durch kontaminierte Lebensmittel besser abschätzen.“

Der Abschlussbericht des Forschungsprojektes ist als BfR-Broschüre erschienen. Die Broschüre steht auf der Internetseite des BfR kostenlos zum Herunterladen (PDF)zur Verfügung.
(Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 10.01.2011 - NPO)
 
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