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Dienstag, 06.12.2016
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Feuerwerks-Rauch ist gesundheitsschädlich

Hohe Konzentrationen an schädlichen Metallpartikeln im Feuerwerksrauch gemessen

Das Silvester-Feuerwerk ist zwar schön, aber nicht gerade gesund: Der Rauch enthält unter anderem hohe Konzentrationen von Blei, Strontium, Antimon und anderen giftigen Metallen. Schuld sind die winzigen Metallpartikel, die den leuchtenden Raketen ihre Farben verleihen. Werden sie mit dem Rauch eingeatmet, können sie vor allem Asthmakranken schaden, berichten Spanische Forscher in der Fachzeitschrift „Journal of Hazardous Materials”.
Silvester

Silvester

Am 31. Dezember ist es wieder soweit: Leuchtendes und krachendes Feuerwerk wird das Ende des alte und den Beginn des neuen Jahres markieren. Ihre leuchtende Farbenpracht erhalten die Raketen durch eine spezielle Schwarzpulver-Brennmischung als Antrieb und Metallsalze zur Färbung. So sorgen Aluminium oder Magnesium für hellweißes Leuchten, Strontiumkarbonat oder Lithiumkarbonat färben das Feuerwerk rot. Ein Großteil dieser Metallpartikel wird erst beim Aufplatzen der Rakete hoch in der Luft freigesetzt, doch ein geringerer Teil entweicht auch schon beim Start und schwebt im oft dichten Rauch umher. Die nur wenige Mikrometer kleinen Partikel sind klein genug, um in die Lunge gelangen zu können.

Um herauszufinden, wie groß die Konzentration dieser Partikel tatsächlich ist und wie groß die Gesundheitsgefahr, analysierten spanische Forscher den Rauch nach dem traditionellen Johannes-Feuerwerk am 23./24. Juni in der Stadt Girona. Dabei schießen – ähnlich wie bei uns an Silvester – die Bewohner Raketen und andere Leuchtkörper in die Luft.

Schwermetall-Cocktail im Feuerwerksrauch


Das Ergebnis: Die Forscher entdeckten mehr als 30 chemische Elemente und Verbindungen im Feuerwerksrauch. Vor allem die Konzentrationen von Blei, Kupfer, Strontium, Kalium und Magnesium schossen in die Höhe, nachdem das Feuerwerk gezündet war. Auch die Gehalte an Aluminium, Titan, Barium und Antimon stiegen signifikant an. „Die toxikologische Untersuchung hat gezeigt, dass viele der metallischen Partikel im Rauch des Feuerwerks biologisch wirksam sind und der menschlichen Gesundheit schaden können“, erklärt Teresa Moreno vom spanischen Institut für Umweltbeobachtung und Wasserforschung (IDAEA-CSIC).


Asthmakranke besonders gefährdet


Besonders gefährdet sind dabei Menschen, die ohnehin bereits gesundheitliche Probleme haben: „Die Effekte sind wahrscheinlich noch akuter bei Menschen mit Asthma oder kardiovaskulären Problemen“, so Moreno. „Die Auswirkungen auf gesunde Menschen sind noch unbekannt, aber der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass es nicht gut sein kann, hohe Konzentrationen metallischer Partikel im Rauch einzuatmen, selbst wenn dies nur ein paar Mal im Jahr geschieht.“

Wer in der Stadt lebt, den trifft es zudem gleich doppelt: „Menschen, die in der Stadt leben, atmen ohnehin schon signifikante Mengen von kontaminierenden Partikeln aus Verkehrsemissionen, Schornsteinen oder Zigaretten ein“, so Moreno. Da in der Stadt aber auch an Silvester am meisten „geballert“ wird, ist dann auch die Rauchdichte am höchsten. Die Forscher raten, beim Feuerwerk möglichst auf die Windrichtung zu achten und sich auf der weniger belasteten Seite aufzustellen.

Kennzeichnung verrät Herkunft


Bis zum 4. Januar dieses Jahres mussten alle europäischen Länder die Richtlinie 2007/23/EG national umgesetzt haben. Deutschland, und damit die BAM, prüft bereits seit Oktober 2009 nach der neuen Richtlinie. Auf dem Markt neu erhältliche Knallkörper und Raketen haben daher eine neue Kennzeichnung.

Die neue Kennzeichnung besteht aus der Registriernummer, der Identifikationsnummer und dem CE-Zeichen verbunden mit der Nummer der Benannten Stelle. Für den europäischen Verbraucher ist die Registriernummer mit CE-Zeichen am wichtigsten. Sie weist darauf hin, welche Benannte Stelle die Qualitätssicherung beim Hersteller überwacht. Für uns in Deutschland ist zusätzlich die Identifikationsnummer wichtig. Danach heißt es: wenn BAM fehlt, darf das Produkt in Deutschland nicht verwendet werden.
(Plataforma SINC, 30.12.2010 - NPO)
 
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