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Samstag, 11.02.2012
Weltwasserwoche 2009: Weltweite Wasserkrise verschärft sich
Klimawandel und Globalisierung: Wasservorkommen geraten zunehmend unter Druck
Die weltweite Wasserkrise verschärft sich – unter anderem durch den Klimawandel. Allein in Asien sind mehrere hundert Millionen Menschen von Wassermangel bedroht, weil die Himalayagletscher schmelzen. Wie diesen Regionen geholfen werden kann und welche Maßnahmen gegen die Wasserkrise greifen, diskutieren Experten seit Sonntag in Stockholm auf der Weltwasserwoche, der wichtigsten internationalen Konferenz zum Thema Wasser.

Trinkwasser
Trinkwasser
© USDA/NRCS Trinkwasser
884 Millionen Menschen, von denen die Hälfte in Asien leben, haben keinen Zugang zu sauberem, aufbereitetem Trinkwasser, so die Daten des jüngsten UN-Berichts. Stattdessen müssen sie ihr Wasser aus potenziell verunreinigten Flüssen oder Seen schöpfen. Rund 10.000 Menschen sterben täglich an Krankheiten, die durch verseuchtes Wasser übertragen wurden. Der Klimawandel verschärft die Situation noch: Aufgrund der menschenverursachten Erderwärmung schmelzen etwa die Gletscher im Himalaya rapide ab, was die Wasserversorgung von mehreren hundert Millionen Menschen in Bangladesch, China, Indien, Nepal und Pakistan bedroht.

Diese und andere Probleme im Zusammenhang mit Wasser stehen im Mittelpunkt der Weltwasserwoche in Stockholm. Vom 16. bis 22. August 2009 treffen sich dort über 2.000 Expertinnen und Experten aus aller Welt zum Austausch und zur Diskussion über Fakten, Strategien und Maßnahmen – und diese sind dirgender denn je:

900 Millionen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser
„Wir dürfen nicht länger akzeptieren, dass fast 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und 42 Prozent der Menschen weltweit nicht einfach auf die Toilette gehen können, sondern in der Öffentlichkeit, versteckt zwischen Büschen oder in der Dunkelheit ihre Notdurft verrichten müssen”, erklärt Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, die Bedeutung des Rechts auf Wasser. „Das ist menschenunwürdig und stellt zudem eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar.“

Die Umweltschutzorganisation WWF forderte zum Start der Weltwasserwoche verstärkte internationale Anstrengungen im Kampf gegen die weltweite Wasserkrise. "Die Auswirkungen des Klimawandels, die zunehmende Verbauung durch Infrastruktur für Wasserkraft, Schifffahrt und der steigende Bedarf an landwirtschaftlichen Gütern und Nahrungsmitteln, sind die größten Herausforderungen für eine nachhaltige und gerechte Wassernutzung", erklärt Martin Geiger, Leiter des Bereichs Süßwasser beim WWF Deutschland.

Auch Deutschland betroffen
Doch die Wasserkrise werde, so der WWF, vor Nationalstaatsgrenzen keinen Halt machen. Deshalb sei auch Deutschland direkt von den Auswirkungen betroffen. "In einer globalisierten Welt ist auch ein wasserreiches Land wie die Bundesrepublik in seinem Wasserbedarf nicht mehr unabhängig", warnt Geiger. "Wenn beispielsweise die Himalaya-Gletscher verschwinden und in Indien das Wasser knapp wird, ist unsere Versorgung mit Baumwolle betroffen."

So kommt eine aktuelle WWF-Studie zu dem Ergebnis, dass die Bundesrepublik durch den Import von landwirtschaftlichen Güter jedes Jahr auf 2.181 Milliarden Kubikmeter Wasser aus indischen Ressourcen angewiesen ist. Neben Öl-Saat, Kaffee und Reis bezieht Deutschland einen bedeutenden Anteil seiner Baumwolle aus Indien, Pakistan und Bangladesch.

Abkommen liegt auf Eis
Obwohl das Recht auf sauberes Wasser ein zentraler Aspekt der menschlichen Entwicklung ist, herrscht international noch große Uneinigkeit. So liegt die UN-Konvention für ein nachhaltiges, grenzüberschreitendes Management von Trinkwasservorkommen noch immer auf Eis. "Die internationale Staatengemeinschaft hat es bisher nicht geschafft, dieses wichtige Abkommen zu ratifizieren und umzusetzen", kritisiert Martin Geiger. Doch nur so könnten in Zukunft Konflikte um Wasserressourcen geschlichtet und gelöst werden.

Die UN-Konvention dient als Rahmen für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Vorkommen, wie etwa Flüsse, Seen oder unterirdische Wasserreservoire, die sich im Hoheitsgebiet mehrerer Staaten befinden. "Gerade zur Weltwasserwoche, die unter dem Motto des grenzüberschreitenden Wassermanagements steht, sollten sich noch mehr Länder zu dieser Konvention bekennen und sie anerkennen", so Geiger.
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