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Samstag, 01.10.2016
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Bestätigt: Klimawandel verstärkt Hurrikans

Extrem starke Wirbelstürme doppelt so häufig wie vor 35 Jahren

Die Tendenz hatte sich schon länger abgezeichnet, jetzt hat eine neue, in der Zeitschrift Science veröffentlichte Studie es erneut bestätigt: Je stärker sich die Meere weltweit erwärmen, desto stärker werden auch die tropischen Wirbelstürme. In den letzen 35 Jahren hat sich die Zahl der Hurrikans der Kategorien 4 und 5 nahezu verdoppelt – für die Klimaforscher eine eindeutige Folge des Klimawandels.
Hurrikan Katrina über New Orleans

Hurrikan Katrina über New Orleans

Im letzten Jahr erschienen gleich zwei Studien in den renommierten Magazinen Nature und Science, die einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Hurrikanintensität mit dem Steigen der Temperaturen der oberen Wasserschichten der tropische Meere postulierten. In der Nature-Studie berichtete Kerry Emanuel vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), dass Stürme über dem Nordatlantik und Nordpazifik an Dauer und Stärke zunehmen und schloss auf eine ursächliche Verbindung zu steigenden Meerestemperaturen.

Nur einen Monat später legten Peter Webster, Judith Curry und Hai-Ru Chang vom Georgia Tech und Greg Holland vom National Center for Atmospheric Research mit einem ähnlichen Ergebnis für alle Weltmeere nach. Doch noch konnte nicht ausgeschlossen werden, ob nicht doch auch andere Faktoren diese Veränderungen beeinflusst haben könnten.

Welche Rolle spielen Schwerwinde?


Jetzt haben sich Wissenschaftler des Georgia Institute of Technology um Judith Curry, Carlos Hoyos, Paula Agudelo und Peter Webster erneut des Themas angenommen und versucht herauszufinden, inwieweit andere Faktoren außer der Meereserwärmung zu der beobachteten Verdopplung der starken Wirbelstürme in den letzten 35 Jahren beigetragen haben könnte.


Die Forscher analysierten drei Faktoren: Veränderungen in der Luftfeuchtigkeit der unteren Atmosphärenschichten, Unterschiede in der so genannten zonalen Deformation – der Tendenz der vorherrschenden Winde, in Drehrichtung der Wirbelstürme zu rotieren und als drittem mögliche Veränderungen der Geschwindigkeiten und Richtungen der Schwerwinde. Diese setzen seitlich an einem Wirbelsturm an und können je nach Stärke, ihn verstärken oder aber hemmen.

Meerestemperatur ausschlaggebender Faktor


„Wenn man die Verstärkung eines einzelnen Sturms betrachtet, oder aber die Statistiken zur Intensivierung für eine bestimmte Saison, können Faktoren wie Scherwinde sehr wohl eine wichtige Rolle spielen“, erklärt Curry, Professorin für Erd- und Atmosphärenforschen am Georgia Tech. „Demgegenüber gibt es aber keinen globalen Trend in den Schwerwinden oder anderen Faktoren über die gesamten letzten 35 Jahre.“

Zwar beobachteten Curry und ihre Kollegen einen leichten Trend zu zunehmenden Scherwinden im Nordatlantik, aber sowohl für die Zunahme der Hurrikanintensität im Nordatlantik als auch global war ganz klar die Meerestemperatur der dominierende Einfluss. „Mit dieser neuen Studie festigen wir den Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Meeresoberflächentemperaturen und der Hurrikanintensität“, so Curry. „Er ist der Schlüsselfaktor in der Debatte darüber, ob der Klimawandel an der Zunahme der starken Wirbelstürme schuld ist.“
(Georgia Institute of Technology, 17.03.2006 - NPO)
 
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