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Freitag, 10.02.2012
Die Riff-Baumeister
Korallenpolypen, Kalkskelette und Korallenstöcke

Alles begann vor etwa 20 bis 25 Millionen Jahren. Und so wie das Great Barrier Reef damals entstand, genauso entwickelt es sich auch heute noch immer weiter...

Kalkskelett der  
Kalkskelett der "lebenden Felsen"
© NOAA
Korallen, die lebenden Felsen? Man sieht es ihnen zwar auf den ersten Blick nicht an, aber sie bestehen aus Abermilliarden winzigster Lebewesen - den Korallenpolypen. Sie sind die genialen Baumeister des Korallenriffs. Ihrem massenhaften Vorkommen ist es zu verdanken, dass das Great Barrier Reef neben dem tropischen Regenwald die weltweit artenreichste Region ist.

Korallenpolypen - wirbellose Organismen, die in der Regel nicht größer als zehn Millimeter werden - bestehen aus einem sackförmigen Körper und einer Mundöffnung, die von Tentakeln umgeben ist. Die Organismen sind nachtaktiv und verbergen sich deshalb tagsüber in ihren Schutzröhrchen. Sobald die Dunkelheit hereinbricht "gehen" sie auf Nahrungsfang. Dafür strecken sie die mit Nesselkapseln ausgestatteten Fangarme aus und fischen so ihr Hauptnahrungsmittel - das Plankton - aus dem Wasser.

Mit Hilfe ihrer Symbionten, den lichtliebenden, beziehungsweise lichtabhängigen Zooxanthellen (einzellige Algen), ist es den Polypen möglich, den aus Meerwasser und Plankton aufgenommenen Kalk abzusondern. Daraus bauen die Polypen becherförmige Gehäuse, ihre Wohnhöhlen. Die bilden wiederum das Skelett des Riffes.

Durch Knospung der Polypen vermehren sich die Tiere schnell und lassen eine Kolonie von vielen einzelnen Korallenpolypen entstehen - das Riff breitet sich immer weiter aus. Pro Jahr wachsen so die einzelnen Kalkskelette der Polypen-Kolonien um zwei bis fünf Zenitmeter und verbinden sich zu Korallenstöcken. Diese sind dann wiederum Basis für neue Polypengenerationen, genauso wie die alten, abgestorbene Korallenstöcke. Unterstützt und verfestigt werden die "lebenden Felsen" durch Rotalgen, die ebenfalls Kalkskelette bilden können. So entsteht aus den Korallenstöcken mit der Zeit ein Riff, das langsam aber sicher in die Höhe wächst. Doch sobald die Polypen die Wasseroberfläche erreicht haben, sterben sie ab.

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